Ministerpräsident sicher: Das war kein Unfall!

Nach Oder-Umweltkatastrophe: Polen setzt Belohnung auf die Schuldigen aus

Quecksilber nicht die Ursache für Fischsterben Umweltkatastrophe in der Oder
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Umweltkatastrophe in der Oder
Quecksilber nicht die Ursache für Fischsterben

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Naturschützer sprechen von einer ökologischen Katastrophe in der Oder, tausende Fische sind bereits gestorben und Polens Ministerpräsident Mateusz Morawiecki ist sich sicher: Das war Absicht! Und er sprach auch direkt sein wichtigstes Ziel aus: Die Schuldigen finden!

Morawiecki: Chemische Abfälle wurden in den Fluss gekippt

Das rätselhafte Fischsterben in der Oder im deutsch-polnischen Grenzgebiet ist laut Polens Ministerpräsident Morawiecki auf Absicht zurückzuführen: „Es ist wahrscheinlich, dass eine riesige Menge chemische Abfälle in den Fluss gekippt wurde – und das in voller Kenntnis der Risiken und Folgen.“ Das oberste Ziel sei es nun, die Schuldigen dafür zu finden. Koste es, was es wolle. „Man möchte vor Wut nur schreien. Wir werden nicht ruhen, bis die Schuldigen hart bestraft sind.“

Die polnische Polizei bezifferte diesen Willen auf Twitter und sprach eine Belohnung von einer Millionen Zloty für konkrete Hinweise auf die Täter aus – das sind umgerechnet rund 210.000 Euro.

Wasserbehörde zu langsam auf das Fischsterben reagiert

Ministerpräsident Morawiecki hat bereits den Chef der Wasserbehörde und den Leiter der Umweltbehörde gefeuert - sie sollen zu langsam auf das Fischsterben reagiert haben.

Auf deutscher Seite sprach Brandenburgs Umweltminister Axel Vogel von einer Giftwelle und rechnet damit, dass die Umwelt-Folgen noch lange zu spüren sind. Am Freitag beobachtete er im Nationalpark Unteres Odertal in der Uckermark selber, wie sich dort an den Ufern viele tote Fische ansammelten.

Vogel bestätigte, dass eine Quecksilberbelastung der Oder festgestellt worden sei - „aber wir können zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine Aussage treffen, dass Quecksilber ursächlich für den Tod der Fische verantwortlich ist“, sagte er. „Wir wissen im Moment nicht, woran sie wirklich gestorben sind.“