Keine "heiße Spur"

Nach Giftanschlag auf TU Darmstadt: Ermittler rätseln mit über 1.000 Ansätzen

Einsatz von Polizei und Feuerwehr an der Technischen Universität (TU) Darmstadt
Einsatz von Polizei und Feuerwehr an der Technischen Universität (TU) Darmstadt
© RTL, Benjamin Holler

03. September 2021 - 11:17 Uhr

50 Ermittler arbeiten in Mordkommission zusammen

Eine Woche nach dem Giftanschlag auf einem Campus der Technischen Universität in Darmstadt (TU) hat die Staatsanwaltschaft jetzt einen aktuellen Zwischenstand bekannt gegeben. Bei der 50-köpfigen Mordkommission seien inzwischen "zahlreichen, mittlerweile im vierstelligen Bereich liegende" Hinweise eingegangen – die eine "heiße Spur" war aber bisher nicht dabei.

Erste Ergebnisse werden geheim gehalten

Bei den Ermittlungen arbeiten Polizei, Staatsanwaltschaft und TU Darmstadt eng zusammen. Bisher wurden die Opfer sowie zahlreiche weitere Personen aus dem näheren Umfeld der Hochschule vernommen. Auch die kontaminierten Lebensmittel und Behälter wurden teilweise untersucht. Mit welchem Gift die Milch-Packungen und Wasserbehälter versetzt wurden, könne "aus ermittlungstaktischen Gründen" nicht mitgeteilt werden. Es handle sich um "potenzielles Täterwissen", welches die Ermittlungen behindern könne.

24.08.2021, Hessen, Darmstadt: Ein Blatt mit einem Appell der Technischen Universität Darmstadt an alle TU-Mitglieder hängt am Eingang zum Gebäude L201 auf dem Campus Lichtwiese. Am Tag zuvor waren hier sechs Menschen mit Vergiftungserscheinungen in
Kurz nach dem Anschlag: Hinweis an Mitarbeiter und Studenten der TU Darmstadt
© dpa, Frank Rumpenhorst, fru kde

Hinweis-Telefon führt zu keiner "heißen Spur"

Wer genau für den Anschlag verantwortlich ist, wissen die Ermittler noch nicht. Auch eine Motivlage habe sich bislang nicht herauskristallisiert. Hinweise auf eine politisch motivierte Straftat oder ein Bekennerschreiben gebe es nach wie vor nicht. Eine noch am Tattag eingerichtete Hinweis-Nummer habe bisher keine "heiße Spur" geliefert.

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Ein Opfer schwebte teilweise in Lebensgefahr

Bei den Opfern handelt es sich um wissenschaftliche Mitarbeiter sowie um Angehörige der TU Darmstadt. Bei zwei der Geschädigten kam es zu Blauverfärbungen der Haut, einer davon schwebte zeitweise in Lebensgefahr. Bei den übrigen Betroffenen traten neben Unwohlsein keine weiteren körperlichen Symptome auf.

Video: Kanzler der TU Darmstadt ring um Fassung

Ermittlungsergebnisse bleiben vorerst geheim

Die Beamten gehen davon aus, dass es noch einige Zeit dauern wird, bis es Ergebnisse zu einem Täter oder dem Motiv geben könnte. Die Veröffentlichung könnte die Ermittlungen gefährden. Dennoch drängt die Zeit – Jochen Partsch, Oberbürgermeister von Darmstadt, forderte kurz nach dem Giftanschlag eine schnelle Aufklärung: "Die Sicherheit der weiteren Studierenden und Beschäftigten der TU muss garantiert sein." (fge)