Sind weitere Produkte belastet?

Nach Frikadellen-Rückruf: Weiterer Betrieb nach Listerien-Fund lahmgelegt

© © Fleisch-Krone, /iStock

6. November 2019 - 15:05 Uhr

Nach Frikadellen-Rückruf in 7 Bundesländern

Der Skandal um keimbelastete Wurst- und Fleischwaren scheint einfach nicht abzureißen. Nachdem es in Hessen bereits Todes- und Krankheitsfälle gab, die wahrscheinlich auf Produkte der Firma Wilke Wurstwaren zurückzuführen sind, wurden am Wochenende auch Frikadellen des Herstellers Fleisch-Krone Feinkost GmbH vorsorglich zurückgerufen – ebenfalls wegen des Verdachts auf Listerien. Während der Fall geprüft wird, ist der Betrieb im Oldenburger Münsterland vorläufig stillgelegt worden.

Hat das Unternehmen Listerien-Funde nicht gemeldet?

Nach einer Kontrolle des niedersächsischen Landesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit in der Firmenzentrale in Essen (Kreis Cloppenburg) habe die Behörde auch hier das Ruhen der Betriebszulassung angeordnet, sagte eine Sprecherin des Verbraucherschutzministeriums am Mittwoch in Hannover.

Ministerium und Landesamt prüften gemeinsam den Entzug der Betriebszulassung, weil die Zuverlässigkeit des Unternehmers in Frage gestellt werde. Der Unternehmer habe nicht belegen können, dass er bei Eigenkontrollen festgestellte Listerien-Funde der amtlichen Lebensmittelkontrolle gemeldet hatte. Dazu war er nach Verstößen gegen Hygienevorschriften verpflichtet worden.

Landesamt hat Strafanzeige eingelegt

Ob weitere belastete Produkte in den Handel gekommen sind, wird nach Angaben des Ministeriums noch geprüft. Hier finden Sie die genauen Produkte und Chargen der bisher wohl betroffenen Fertigfrikadellen. Nach wie vor seien für Niedersachsen keine Listeriose-Fälle im Zusammenhang mit der Firma Fleisch-Krone Feinkost aus dem Oldenburger Land bekannt.

Unter Druck der Behörden hatte das Unternehmen am vergangenen Freitag den Rückruf von Fertigfrikadellen wegen Verunreinigungen mit Listerien veranlasst. Die Betriebserlaubnis für die Produktionsstätte in Goldenstedt (Kreis Vechta) war deswegen vorübergehend ausgesetzt worden. Inzwischen hat das Landesamt gegen Verantwortliche der Firma bei der Staatsanwaltschaft Strafanzeige eingelegt.

Quelle: DPA/RTL.de