Becherwurf macht sie "sprachlos"Bibiana Steinhaus: So schützt man Schiedsrichter vor Gewalt

Während ihrer aktiven Laufbahn als Schiedsrichterin behielt Bibiana Steinhaus stets einen kühlen Kopf, egal welche Macho-Aktion gerade wieder passiert war. Der Becherwurf im Bundesliga-Spiel zwischen dem VfL Bochum und Borussia Mönchengladbach macht aber selbst die so routinierte Unparteiische fassungslos. Im exklusiven RTL-Interview (oben) erklärt die 43-Jährige, die nach ihrer Hochzeit mit dem ehemaligen Schiedsrichter Howard Webb nun Steinhaus-Webb heißt, wie Schiedsrichter mit solchen gefährlichen Situationen umgehen.

Verglaste Stadien? Steinhaus-Webb warnt vor Horror-Szenario

„Die mentale Belastung ist eine große Herausforderung. Die psychologische Unterstützung für Kolleginnen und Kollegen ist daher ganz entscheidend, denn: Wieder raus gehen, sich wieder der Situation stellen, ohne zu wissen, was hinter einem passiert – das ist kritisch“, erklärt Steinhaus-Webb die aus ihrer Sicht wichtigste Hilfe für die aktiven Unparteiischen.

Die 23-fache Bundesliga-Schiedsrichterin warnt dabei vor Konsequenzen, die sie selbst auch nicht haben möchte: „Was wäre denn der nächste Schritt? Dass wir die Stadien verglasen? Wo ist dann die nächste Eskalationsstufe, um Spieler und Verantwortliche zu schützen?

Bibiana Steinhaus und Howard Webb
Bibiana Steinhaus-Webb mit ihrem Ehemann Howard Webb. Nach ihrer Zeit beim DFB ist die Ex-Schiedsrichterin nun in England tätig, um dort weibliche Referees auszubilden.
Imago Sportfotodienst

"Familienfreundlichkeit muss beibehalten werden"

Damit es keine Einschränkungen gibt, appelliert Steinhaus-Webb deswegen an die Vernunft der Fans: „Daran sollten wir doch alle Interesse haben, diese Familienfreundlichkeit, diese Durchlässigkeit, so dass meine Lieblingsspieler zum Anfassen nah sind. Das muss doch beibehalten werden.“

Steinhaus-Webb ist sich derweil sicher, dass die Bestrafung für Täter und Verein im Zuge des Becherwurfs adäquat sein wird: „Da habe ich volles Vertrauen in die Sportgerichtsbarkeit. Sie werden die richtigen Rahmenbedingungen schaffen, nicht nur für den jetzigen Fall, sondern auch bei zukünftigen Vorkommnissen.“ (lde/fgö)