RTL News>Gesundheit>

Mysteriöse Hepatitis-Fälle: Vater rettet Tochter (3) durch Leberspende

Transplantation in letzter Sekunde

Mysteriöse Hepatitis-Fälle: Vater rettet Tochter durch Leberspende

Alan Raine spendete seiner dreijährigen Tochter Lola-Rose einen Teil seiner Leber.
Alan Raine spendete seiner dreijährigen Tochter Lola-Rose einen Teil seiner Leber
Privat, Alan Raine, Privat/Alan Raine

Die Meldungen schrecken auf: Laut der WHO häufen sich gerade Hepatitis-Fälle bei Kindern - vor allem in Großbritannien. Und die Fälle weiten sich aus: Immer mehr Kinder in immer mehr Ländern sind von einer mysteriösen Hepatitis-Infektion betroffen. Der genaue Grund: immer noch unbekannt. Eines der Kinder ist Lola-Rose. Ihr Leben hing am seidenen Faden - doch sie konnte gerettet werden.

Lolas Leber versagt: „Es war herzzerreißend“

Seltsame Hepatitis-Fälle bei Kindern beschäftigen die Gesundheitsbehörden weltweit. In allen Fällen wurde keine der typischen Hepatitis-Viren A, B, C, D und E festgestellt. Wissenschaftler vermuten daher, dass die Fälle auf eine Corona-Infektion, andere Viren wie das Adenovirus oder Umwelteinflüsse zurückzuführen sind. Eines der betroffenen Kinder ist die dreijährige Lola-Rose Raine aus Gravesend in der Nähe Londons.

Lese-Tipp: Erstes Kind stirbt an mysteriöser Hepatitis

Lola-Rose Raine erkrankte im März. Nachdem sie ins Krankenhaus gebracht worden war, erfahren ihre Eltern Jane McNeill und Alan Raine von den Ärzten, dass Lolas Leber versagt und sie dringend einen passenden Spender finden muss, um zu überleben. „Wenn ein Arzt Ihnen sagt, dass Ihre Tochter eine Transplantation braucht, weil sie sonst möglicherweise sterben könnte, ist das nicht das, was ein Vater hören möchte“, sagt Alan dem Sender „Sky News“. „Es kam völlig unerwartet. Es war herzzerreißend, weil wir mit der realen Möglichkeit konfrontiert waren, dass wir unsere Tochter verlieren könnten.“

Nachdem sie ins Krankenhaus gebracht worden waren, erfahren ihre Eltern Jane McNeill und Alan Raine von den Ärzten, dass Lolas Leber versagt.
Nachdem sie ins Krankenhaus gebracht worden waren, erfahren die Eltern Jane McNeill und Alan Raine von den Ärzten, dass Lolas Leber versagt.
Privat, Alan Raine, Privat/Alan Raine

Vater Alan gilt als sicherer Spender

Lola-Rose wird in ein künstliches Koma versetzt, um ihrem Körper eine Chance zu geben, ein mögliches multiples Organversagen zu überleben. „Das war etwas, das keiner von uns sehen wollte“, erzählt Lola-Roses Mutter. „Kein Elternteil würde sein Kind so sehen wollen. Ich wollte nicht durch diese Türen gehen. Es zerreißt einem einfach das Herz. Man weiß, dass es ihr immer schlechter geht und dass man nichts dagegen tun kann.“

Beide Eltern bieten sich als Leberspender an. Dann die gute Nachricht: Vater Alan gilt als sicherer Spender. Die Operation dauerte sieben Stunden. Die Hälfte von Alans Leber wurde seiner Tochter transplantiert, und das Ergebnis, so Lolas Eltern, war fast sofort sichtbar. „Ich dachte, mein Verstand würde mir einen Streich spielen“, sagte Jane. „Aber sowohl die Krankenschwester als auch der Chirurg sagten, dass sie eine Farbveränderung bei ihr sehen konnten.“

Lola-Rose macht gute Fortschritte und unterzieht sich derzeit einer Physiotherapie, die ihr helfen soll, wieder zu Kräften zu kommen.
Lola-Rose macht gute Fortschritte und unterzieht sich derzeit einer Physiotherapie, die ihr helfen soll, wieder zu Kräften zu kommen.
Privat, Alan Raine, Privat/Alan Raine
Anzeige:

Empfehlungen unserer Partner

Wahrscheinlich durch Adenovirus-Infektion verursacht

Jane und Alan wurde gesagt, dass das Leberversagen ihrer Tochter wahrscheinlich durch eine Adenovirus-Infektion verursacht wurde. Das weit verbreitete Virus verursacht in der Regel grippeähnliche Symptome. Es ist bisher nicht bekannt, warum es seit Anfang des Jahres zu einem sprunghaften Anstieg der Fälle von plötzlich auftretender Hepatitis bei Kindern geführt hat. Die britische Gesundheitsbehörde UKHSA teilte mit, dass bisher 108 Fälle identifiziert wurden.

Lese-Tipp: Hepatitis bei Kindern nach Corona-Infektion? Auf diese Symptome sollten Eltern achten

Dr. Susan Hopkins, leitende medizinische Beraterin der UKHSA, sagte zu „Sky News“: „Die Zahl von acht Transplantationen in den ersten drei Monaten dieses Jahres entspricht nicht dem, was wir normalerweise sehen würden. Das ist mehr, als wir normalerweise in einem durchschnittlichen Jahr in dieser Altersgruppe und bei Kindern sehen würden, und deshalb müssen wir, wenn wir so etwas sehen, die Ursache untersuchen und verstehen. Diese Fälle sind selten und ungewöhnlich.“

Eltern richten Spendenseite ein

Lola-Rose wird zurzeit im Kings College Hospital im Südosten Londons weiter behandelt. Das Krankenhaus ist eines der führenden britischen Zentren für die Behandlung von Lebererkrankungen bei Kindern. Ihre Eltern haben mittlerweile eine Spendenseite bei „JustGiving“ eingerichtet, um die Kosten für die Behandlung decken zu können. (ija)