Jetzt ist die Mutter wegen Mordes angeklagt

Olivia (7) stirbt – doch sie war nie sterbenskrank!

23. Oktober 2019 - 16:55 Uhr

Mutter Kelly Gant hatte behauptet, die Tochter sei sterbenskrank

Der Fall der kleinen Olivia hat vor vier Jahren in den Vereinigten Staaten für viel Aufmerksamkeit gesorgt – und jetzt erneut. Olivias Mutter hat jahrelang behauptet, dass ihre Tochter sterbenskrank sei. Sie sammelte Spenden, bezog eine halbe Million Dollar von ihrer Krankenversicherung und veranstaltete mit Hilfsorganisationen Events für ihre Tochter. Jetzt stellte sich allerdings heraus: Olivia war gar nicht krank.

Mutter betont, dass Tochter nicht mehr lange zu leben hat

Erstmals 2011 hat Kelly Gant in ihrem Blog auf ihre Tochter aufmerksam gemacht. Olivia soll mit einer Schädelmissbildung und Gefäßfehlbildung im Gehirn zur Welt gekommen sein. Auch ihre ältere Schwester soll an einer Knochenkrankheit leiden. Kelly verließ ihren Mann und zog mit den Kindern von Texas nach Colorado, wie die "Washington Post" berichtet. Denn dort könne beiden medizinisch besser geholfen werden.

Immer wieder betonte sie, dass ihr Kind nicht mehr lange zu leben hat. Ihre Tochter hätte einen Tumor, Entwicklungsverzögerungen, zeige autistische Züge und hätte eine sensorische Verarbeitungsstörung.

Kelly sammelte 20.000 Dollar dank Spendenaufruf

Gleichzeitig startete sie einen Spendenaufruf auf GoFundMe und veranstaltete Events mit der Make-a-Wish-Stiftung. Olivia durfte so mit einem Polizeiauto mitfahren, von einer Turmleiter der Feuerwehr einen Brand löschen und als Prinzessin verkleidet, Bösewichte besiegen. Mit dem Spendenaufruf hat sie über 20.000 Dollar bekommen, von der Krankenversicherung hat sie mehr als 500.000 Dollar erhalten.

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Mediziner zweifelten an ihrer Geschichte

Am 20. August 2017 starb Olivia im Kinderspital in Colorado. Den Ärzten soll aufgefallen sein, dass die 7-Jährige unterernährt gewesen war. Ihre Mutter habe sie über eine Magensonde ernährt. Nach ihrem Tod zweifelten Mediziner an der Geschichte der Mutter.

Erst als die Mutter ein Jahr später mit ihrer zweiten Tochter ins Krankenhaus kommt - und wieder falsche Angaben macht – fliegt sie auf. Zwei Jahre später wurde schließlich Olivias Leiche exhumiert. Forensiker fanden keine Anzeichen einer Krankheit, die die Mutter zuvor angegeben hatte. Der Mutter wird nun vorgeworfen, sie habe den Tod von Olivia verursacht.

Die Ermittler kamen außerdem zu dem Schluss, dass Kelly unter dem Münchhausen-Stellvertreter-Syndrom leiden soll – einer psychischen Störung, bei der Mütter körperliche Beschwerden ihrer Kinder erfinden, um Mitleid durch Ärzte zu bekommen. Kelly widersprach den Behauptungen jedoch.