Sie wollte nach 15 Jahren in ihre Heimat zurückkehren

Mutter stirbt im Flugzeug - Kinder müssen stundenlang neben Leiche sitzen

Helen Rhodes starb an Bord eines Flugzeugs. Ihre Kinder mussten stundenlang neben der Toten sitzen.
Helen Rhodes starb an Bord eines Flugzeugs. Ihre Kinder mussten stundenlang neben der Toten sitzen.
gofundme / Jayne Jeje

Helen Rhodes freute sich auf ihren Flug nach Großbritannien. Nach fünfzehn Jahren in Hong Kong wollte die zweifache Mutter und Ehefrau in ihr Heimatland zurückkehren. Doch sie kam dort nicht lebend an. Denn sie starb im Schlaf an Bord des Flugzeugs. Die Kinder mussten den Rest des Flugs neben ihrer toten Mutter verbringen.

Helen wollte ein neues Kapitel aufschlagen

Aufgrund der Corona-Pandemie hatte Helen ihre Familienmitglieder in Großbritannien lange nicht gesehen. Mit dem Flug sollte ein neues Kapitel in ihrem Leben aufgeschlagen werden. Doch es wurde ihr letztes: Denn an Bord des Flugzeugs schlief sie ein und wurde nicht mehr wach.

Trotz eingeleiteter Reanimationsmaßnahmen konnte niemand an Bord der Maschine die Mutter retten. Acht Stunden lang saß die Familie neben der toten Frau.

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Hebamme mit eigenem Unternehmen

„Helen war einmalig, ein Edelstein. Sie war eine Hebamme und immer bereit, Menschen zu helfen oder einen guten Rat zu geben. Sie hat es geliebt zu reden und fand schnell neue Freunde“, schreibt ihre Freundin Jayne J. auf der Spenden-Plattform GoFoundMe.

Sie war in ihrer Nachbarschaft in der chinesischen Stadt bekannt, die Leute sprachen sie auf offener Straße an. Sie gründete eine Hilfegruppe für Mütter, die auf 200 Frauen anwuchs und hatte ein eigenes kleine Unternehmen, mit dem sie handgemachte Fliegen verkaufte.

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Leiche muss in Frankfurt bleiben

Obwohl der plötzliche Tod sehr traumatisierend für die Familie gewesen sei, hätten alle die Zeit genutzt, um sich von Helen zu verabschieden. Woran die Mutter gestorben ist, ist bislang nicht bekannt.

Nach der Landung der Maschine in Frankfurt blieb die Leiche von Helen Rhodes in der Stadt, ihr Mann Simon und die beiden gemeinsamen Kinder flogen weiter nach Großbritannien. Doch statt eines gemeinsamen Lebens wartet nun die Beerdigung der Mutter auf die Familie. Ein furchtbares Ende eines so hoffnungsvollen Aufbruchs. (eon)