Candida auris

Kommt die Pilz-Pandemie? Ein Experte schätzt die Gefahr ein

Candida auris, ein multiresistenter Hefepilz.
Candida auris, ein multiresistenter Hefepilz.
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02. Februar 2021 - 9:18 Uhr

Experte schätzt Gefahr durch Pilz ein

Mehrere Mediziner beobachten eine starke Ausbreitung des multiresistenten Keims Candida auris – begünstigt durch das Coronavirus. Dr. Georg-Christian Zinn, Direktor des Hygienezentrums Bioscientia erklärt im RTL-Interview, warum sich der Pilz gerade jetzt so verbreitet und ob er uns auch nach Corona genauso beschäftigen könnte wie das Virus.

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Keim greift Katheter an

Dr. Zinn, Direktor Hygienezentrum Bioscientia.
Dr. Zinn, Direktor Hygienezentrum Bioscientia schätzt die Gefahr durch einen multiresistenten Keim ein
© RTL

Lesen Sie hier, was es mit dem multiresistenten Keim auf sich hat.

Dr. Georg-Christian Zinn, Direktor Hygienezentrum Bioscientia, bestätigt im RTL-Interview, dass sich der Pilz aktuell verstärkt ausbreitet. Pilzinfektionen seien in der Regel für uns aber nicht gefährlich, so Zinn. "Jeder hat Pilze oder Pilzspuren im Mund und wir leben damit glücklich und zufrieden. Wenn ich aber schwer erkrankt bin oder eine Immunschwäche habe, dann können sich diese Candida-Pilze ausbreiten." Die könne man bisher gut behandeln, der Pilz Candida auris hingegen sei etwas hartnäckiger, wie man gerade bei schwerstkranken Patienten beobachten könne: "Diese Pilze haben eine Affinität für das Plastik der Katheter. Da gehen die gerne dran und verkomplizieren dann das Krankheitsbild von beispielsweise Corona-Patienten."

Da wegen des Coronavirus mehr Menschen, vor allem solche mit schwachem Immunsystem, im Krankenhaus behandelt werden müssen, fühlt sich auch der multiresistente Keim besonders wohl und verbreitet sich.

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Keine Pilz-Pandemie befürchtet

Eine solche Pilzinfektion zu diagnostizieren sei schwer, so Dr. Zinn. Es könne eine Pilz-Sepsis, also eine Pilz-Blutvergiftung entstehen, die schwer zu behandeln sei. "Das macht die Pandemie gerade bei den schwerstkranken Patienten nochmal komplizierter."

So wie das Corona-Virus wird uns der Pilz unser Leben aber nicht beeinträchtigen. Denn die gute Nachricht ist, dass sich der Pilz nicht bei gesunden Menschen ausbreitet. "Das ist wirklich ein Problem der Intensivstationen, der Tumorstationen. Seit vielen Jahren kennen wir das. Aber natürlich mit der Menge an Intensivpatienten, die wir jetzt haben, steigt auch das Problem der Pilz-Blutvergiftungen.", so Dr. Georg-Christian Zinn, Direktor Hygienezentrum Bioscientia.

Mit sinkenden Corona-Intensivpatienten dürfte also auch die Keim-Plage zurückgehen.

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