Mordprozess: Entlastet neues Dokument Pistorius?

15. April 2014 - 18:09 Uhr

Wendung im Fall Pistorius?

Es könnte die Wende im Mordprozess gegen den Paralympics-Sieger Oscar Pistorius sein: Zehn Tage vor dem Beginn der Gerichtsverhandlung ist offenbar ein Dokument aufgetaucht, dass den beinamputierten Sportler erheblich entlastet. Pistorius hatte vor fast genau einem Jahr seine Freundin Reeva Steenkaamp erschossen - nach eigener Aussage, weil er sie für einen Einbrecher hielt.

Mordprozess: Entlastet neues Dokument Pistorius?
Der angeklagte Pistorius
© dpa, Str

Eine neue Ballistik-Analyse der Staatsanwaltschaft soll laut dem südafrikanischen Nachrichten-Sender ʹeNCAʹ belegen, dass Pistorius keine Beinprothesen trug, als er durch die verschlossene Badezimmertür auf seine Freundin schoss. Grundlage der neuen Analyse sei der Schusswinkel der abgegebenen Schüsse. Die neue Untersuchung würde Pistoriusˈ Aussage zum Ablauf der Tragödie untermauern. Der südafrikanische Sportler behauptet in Panik auf einen vermeintlichen Einbrecher im Badezimmer gefeuert zu haben. Die Mordanklage wirft ihm dagegen vor, er habe erst seine Prothesen angelegt und dann seine Freundin nach einem Streit vorsätzlich erschossen.

Weiterhin belastende Indizien

Laut dem Sender gibt es aber weiterhin belastendes Material gegen Pistorius. So habe Pistorius den Wachleuten, die aufgrund der Schüsse in der Wohnanlage anriefen, am Telefon versichert es sei alles in Ordnung. Ein Zeuge aus der Nachbarschaft will außerdem kurz vor der Schießerei einen lautstarken Streit in der Wohnung gehört haben.

Pistorius war acht Tage nach der Tragödie gegen eine Kaution von umgerechnet ca. 85.000 Euro freigekommen und hat sich seitdem aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. Im Mordprozess, der am dritten März beginnt, droht dem Sportler eine lebenslange Haftstrafe.