Vergewaltigt und getötet

Warendorf: Polizei jagt Johannas mutmaßlichen Mörder europaweit - Familie trauert um 21-Jährige

Mord an Johanna K.: Polizei jagt Verdächtigen Familie in Trauer
03:33 min
Familie in Trauer
Mord an Johanna K.: Polizei jagt Verdächtigen

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Nach dem gewaltsamen Tod von Johanna K. aus Warendorf im Münsterland jagt die Polizei ihren mutmaßlichen Mörder europaweit per Haftbefehl. Es soll sich um einen Bekannten der 21-Jährigen handeln, der sie morgens an der Haustür abgefangen und mit einem Messer zurück in ihre Wohnung gedrängt habe. Dort wurde die junge Frau vergewaltigt und getötet. Johannas Familie verleiht ihrer Trauer mit herzzerreißenden Worten Ausdruck.

Mordfall Johanna K.: Täter soll im Ausland untergetaucht sein

Die Polizei ermittelte umfangreich, durchkämmte die Gegend, befragte Zeugen und kann nun einen Erfolg vermelden: Ein 30 Jahre alter Bekannter der getöteten Johanna K. aus Warendorf wird europaweit gesucht.
Die Polizei ermittelte umfangreich, durchkämmte die Gegend, befragte Zeugen und kann nun einen Erfolg vermelden: Ein 30 Jahre alter Bekannter der getöteten Johanna K. aus Warendorf wird europaweit gesucht.
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„Dein Schmerz ist nichts im Vergleich zu den Schmerzen, die du erleiden musstest“, schreibt ihre Mutter auf einer Gedenkseite im Internet. „Fassungslos, wie brutal du aus unserem Leben gerissen wurdest, versuchen wir gerade als Familie mit dem Verlust weiter zu leben.“ Kaum vorstellbar, was die Angehörigen der 21-Jährigen derzeit durchmachen. Ein so junges Leben durch fremde Hand beendet, das ist unvorstellbar. „Ohne dich wird nichts wieder das Gleiche sein. Ich hoffe, du weißt, wie sehr ich dich liebe und vermisse“, so ihr Bruder.

Die Polizei verfolgt eine konkrete Spur. Bei dem Tatverdächtigen soll es sich um einen Bekannten der Frau handeln. „Betonung auf Bekannter, also nicht etwa ein enger Freund oder ein in einer Beziehung mit ihr stehender Mann, sondern ein 30-jähriger Mann aus Ennigerloh“, so Oberstaatsanwalt Martin Botzenhardt. Am Sonntag hat ein Richter Haftbefehl wegen Mordverdachts, Vergewaltigung und Raubes mit Todesfolge gegen ihn erlassen. Seither wird der mutmaßliche Täter europaweit gesucht. Wo sich der 30-Jährige derzeit aufhalte, sei nicht bekannt, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit. „Den Ermittlern liegen Hinweise dafür vor, dass sich der Tatverdächtige im europäischen Ausland befindet“, sagte Botzenhardt. Die Hintergründe des Verbrechens seien derweil noch unklar.

Mord in Warendorf: Täter hob offenbar Geld vom Konto seines Opfers ab

RTL-Reporter Valerio Magno ist nach dem gewaltsamen Tod von Johanna K. vor Ort in Warendorf und berichtet über die unfassbare Tat.
RTL-Reporter Valerio Magno ist nach dem gewaltsamen Tod von Johanna K. vor Ort in Warendorf und berichtet über die unfassbare Tat.
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Der Beschuldigte soll das spätere Opfer am vergangenen Mittwoch (9.11.) morgens gegen 5.30 Uhr an der Haustür abgefangen und mit einem Messer zurück in die Wohnung gedrängt haben. Dort soll er die Frau vergewaltigt und getötet haben. „Hinter diesen Fenstern müssen sich grausame Szenen abgespielt haben“, berichtet Reporter Valerio Magno, der für RTL vor Ort ist. „Ihre Hilferufe hat anscheinend niemand gehört.“ Nach der Tat soll der Mann mit Johanna K.s Handy, einem Pullover und ihrem Portemonnaie geflüchtet sein.

„Wir haben mit Hochdruck alle Hinweise zusammengetragen, die notwendig sind, um möglichst schnell einen Tatverdächtigen zu ermitteln“, sagt Frank Schneemann, Leiter der Mordkommission. „Es sind umfangreiche Spuren- und Datenauswertungen erfolgt und Zeugen befragt worden. Beim Abgleich sämtlicher bislang vorliegender Spuren ist der 30-Jährige in unser Visier gerückt.“ Ein möglicher Baustein sei zudem gewesen, dass nach der Tat mit der geklauten EC-Karte Geld von Johanna K.s Konto abgehoben worden ist. Außerdem gehe man davon aus, dass ihr mutmaßlicher Mörder ortskundig sein muss, denn der Platz, an dem die Polizei später ihre Sachen gefunden hat, ist nicht jedem bekannt: ein 19 Kilometer entfernter Steinbruch mit Baggersee in Ennigerloh.

„Warum der 30-Jährige die Geldbörse, das Handy und das Sweatshirt von Johanna ausgerechnet hier weggeworfen hat, darüber lässt sich nur spekulieren“, so Magno. „Am wahrscheinlichsten erscheint, dass er Johannas Sachen einfach nur loswerden wollte.“ Nachdem die junge Frau nicht zur Arbeit erschienen und auch telefonisch nicht erreichbar war, entdeckten besorgte Kollegen am Mittwoch in ihrer Wohnung die Leiche. (dpa/cwa)