Hashem N. an Deutschland ausgeliefert

Ermordete 16-jährige Tochter: Flüchtiger Vater nach drei Jahren in der Türkei gefasst

Tötete Hashem Nassan seine eigene Tochter, weil sie einen älteren Freund hatte?
Tötete Hashem Nassan seine eigene Tochter, weil sie einen älteren Freund hatte?
© Polizei

09. Oktober 2020 - 22:04 Uhr

Hashem N. soll seine Tochter getötet und ihren Freund schwer verletzt haben

Vor drei Jahren verschwand die damals 16-jährige Mezgin Nassan im unterfränkischen Aschaffenburg spurlos. Verwandte meldeten sie als vermisst, nachdem sie von der Berufsschule nicht nach Hause gekommen war. Eineinhalb Jahre später, im Dezember 2018, fand ein Spaziergänger zufällig das Skelett des Teenagers. Die Polizei ging von Mord aus und hielt den Vater der Schülerin für dringend tatverdächtig. Hashem N. war nach der Tat untergetaucht. Nun wurde der 45-jährige Syrer in der Türkei festgenommen und an Deutschland ausgeliefert.

Vater war mit Beziehung der Tochter nicht einverstanden

Hashem N. soll seine Tochter im Mai 2017 aus niedrigen Beweggründen ermordet haben. Gegen den Syrer, der 2015 nach Deutschland gekommen war, wurde Haftbefehl erlassen. Das Motiv: Ihm soll die Beziehung seiner Tochter zu einem sieben Jahre älteren Mann nicht gepasst haben. Wenige Tage zuvor war er bereits unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung und Misshandlung von Schutzbefohlenen zu neun Monaten Haft verurteilt worden, weil er Mezgin bedroht und geschlagen hatte. Die Haft trat er aber nie an.

Vier Wochen nach Mezgins Tod soll er dann dem damaligen Freund seiner Tochter aufgelauert und mit einem Messer schwer verletzt haben. Der Mann musste notoperiert werden, er überlebte die brutale Attacke. Seitdem war N. abgetaucht. Drei Jahre lang fahndeten die deutschen Behörden per internationalem Haftbefehl nach ihm. Mit Erfolg.

Mezgin
Mezgin Nassan wurde nur 16 Jahre alt. Sie soll von ihrem Vater ermordet worden sein.
© Polizei Unterfranken

Hashem N. sitzt seit Donnerstag in Untersuchungshaft

Nun konnte der 45 Jahre alte Tatverdächtige in der Türkei festgenommen und am Donnerstag nach Deutschland ausgeliefert werden, wie die Staatsanwaltschaft Aschaffenburg und das Polizeipräsidium Würzburg am Freitag mitteilten. Am Freitag wurde der Beschuldigte dem Ermittlungsrichter am Amtsgericht Aschaffenburg vorgeführt. Er sitzt derzeit in Untersuchungshaft.