2019 M01 16 - 18:17 Uhr

Bei welchen Produkten wird besonders übel getrickst?

Weniger vom Produkt verkaufen, dafür aber trotzdem den gleichen Preis wie vorher nehmen - eine Masche, mit denen Lebensmittelhersteller ihren Kunden schon seit Jahren mehr Geld aus der Tasche ziehen wollen. Die Verbraucherzentrale Hamburg hat nun wieder Produkte herausgesucht, bei denen es 2018 solche versteckten Preiserhöhungen gegeben hat. Bei fünf Kandidaten soll mit dieser Masche besonders dreist getäuscht werden - einer davon soll nun die "Mogelpackung des Jahres" werden.

Teilweise Preissteigerungen von 70 Prozent!

Chipsletten von Lorenz Snack-World: Schaut man sich diese versteckte Preissteigerung an, wird schnell klar: Diese Täuschung ist besonders dreist. Bei gleichem Preis und fast gleicher Verpackung wurde die Füllmenge hier von 170 auf 100 Gramm reduziert. Das ist eine Preissteigerung von 70 Prozent! Nicht nur für den Geldbeutel, sondern auch für die Umwelt ärgerlich: Die Menge an Verpackungsmaterial im Vergleich zum Inhalt steigt um rund 25 Prozent.

Obstwiese Rheinisches Apfelkraut von Grafschafter: Früher hieß er "Apfelschmaus", jetzt wurde er in "Obstwiese" umbenannt. Kosten tut der neue Fruchtaufstrich noch genauso viel wie vorher, aber nun wird er in einem kleineren Glas verkauft. Am Inhalt hat sich nichts geändert, trotzdem ist das Produkt um 41 Prozent teurer geworden.

So dreist mogeln Hersteller bei diesen Produkten

Truthahnsalami Light von Dulano (Lidl): Man sollte meinen, die Light-Variante enthielte weniger Fett als die "normale" Truthahnsalami des Herstellers. Nein, hier ist sogar mehr Fett enthalten – "light" meint hier also wohl nur, dass weniger Scheiben in der Packung sind. Das macht diese Variante des Aufschnitts um 33 Prozent teurer.

​Smarties von Nestlé: Groß ist die "Smarties Riesenrolle" immer noch, aber jetzt sind 20 Gramm Schokolinsen weniger drin als vorher. Und hier wurde die Menge bereits zum zweiten Mal reduziert - bei gleich gebliebenem Preis. Das bedeutet eine Preissteigerung von 30 Prozent innerhalb der letzten vier Jahre.

Mini Babybel von Bel: Wer zählt schon die Kugeln im Babybel-Netz? Wohl fast niemand - deshalb fällt wahrscheinlich auch kaum auf, dass hier jetzt eine Käsekugel weniger drinsteckt. Statt sechs Kugeln (120 Gramm) sind es nur noch fünf (100 Gramm). Meist bei gleichem Verkaufspreis natürlich. Das bedeutet eine versteckte Preiserhöhung von bis zu 20 Prozent.

Verbraucher können bis zum 20. Januar abstimmen

An der üblen Preissteigerungsmasche beteiligen sich die Händler übrigens ebenso wie die Hersteller - denn nur sie dürfen die Preise festlegen, zu denen die Produkte in den Geschäften verkauft werden.

Bis zum 20. Januar 2019 können Verbraucher auf der Seite der Verbraucherzentrale noch abstimmen, welches Produkt für sie den Titel "Mogelpackung des Jahres 2018" verdient hat. Wer den Negativpreis bekommt, wird einen Tag später bekannt gegeben.