Er war der zweitjüngste Patient in der Klinik

Mit nur 28 Tagen: Spender-Leber rettet Baby Adam das Leben

Ohne die Transplantation hätte der kleine Adam nur wenige Wochen überlebt.
Ohne die Transplantation hätte der kleine Adam nur wenige Wochen überlebt.
© KARIN KAISER MHH, MHH, KARIN KAISER

11. Oktober 2021 - 11:40 Uhr

Akutes Leberversagen nach Geburt

Mit akutem Leberversagen kam der kleine Adam schon zur Welt. Ohne eine Lebertransplantation wäre er nur wenige Wochen alt geworden. Ärzte der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) stuften seinen Fall dementsprechend als äußerst dringlich ein.

Das Glück war auf Adams Seite: Innerhalb von zwei Wochen wurde ein Spenderorgan gefunden und im Frühjahr dieses Jahres erfolgreich transplantiert. Das berichtet die Hochschule in einer Pressemitteilung.

Ohne Transplantation hätte er nur wenige Wochen überlebt

Gerade einmal 28 Tage alt und knapp vier Kilogramm schwer war der kleine Säugling Adam, als er an der MHH eine neue Leber erhielt. Er wurde mit einem akuten Leberversagen in Gronau geboren. Die behandelnden Ärztinnen und Ärzte überwiesen die Familie aufgrund der schweren Erkrankung umgehend nach Hannover.

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"Adam hätte ohne die Transplantation nur wenige Wochen überlebt. Denn bei Leberausfall gibt es keine vergleichbar effektiven Unterstützungssysteme zur Überbrückung wie die Dialyse bei Nierenversagen", sagt Dr. Eva-Doreen Pfister, Leberspezialistin in der MHH-Kinderklinik. Ein Team aus Kinder-Leberspezialisten und Bauchchirurgen listet Adam aufgrund der schweren Fehlfunktion des Organs nach seiner Ankunft in der Klinik "mit hoher Dringlichkeit für eine Transplantation".

Doppelt Glück für Adam

Innerhalb von zwei Wochen habe sich dann ein Spenderorgan gefunden, berichtet die Hochschule in der Pressemitteilung. "Es war ein echter Glücksfall, dass es in diesem kurzen Zeitraum einen kindlichen Organspender gab und die intensivmedizinischen Maßnahmen auf der neonatologischen Station 69 den Säugling zwischenzeitlich so gut stabilisieren konnten, dass eine Transplantation überhaupt möglich war", sagt Transplantationschirurg Prof. Dr. Florian Vondran.

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Ein Team aus Kinder-Leberspezialisten und Bauchchirurgen listet Adam aufgrund der schweren Fehlfunktion des Organs nach seiner Ankunft in der Klinik "mit hoher Dringlichkeit für eine Transplantation".
Ein Team aus Kinder-Leberspezialisten und Bauchchirurgen listet Adam aufgrund der schweren Fehlfunktion des Organs nach seiner Ankunft in der Klinik "mit hoher Dringlichkeit für eine Transplantation".
© KARIN KAISER MHH, MHH, KARIN KAISER

Split-Leber-Verfahren musste angewendet werden

Das gespendete Organ sei für den Säugling trotz des jungen Spenders noch zu groß gewesen, teilt die Hochschule mit. Die Chirurgen wendeten daher ein spezielles Verfahren für eine Teil-Lebertransplantation, das sogenannte Split-Leber-Verfahren, an. "Ein Großteil der Kinder-Transplantationen wären ohne das Verfahren gar nicht möglich. Auch hat diese Technik die Lebendspende erst ermöglicht, bei der einem Elternteil ein Teil der Leber entnommen und anschließend dem Kind transplantiert wird", erklärt Oberarzt Dr. Nicolas Richter dort.

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Nach 5 Monaten geht es ihm hervorragend

Vier Wochen lag Adam dann auf der Intensivstation, drei Wochen auf Normalstation. Nahrung und Medikamente wurden intravenös verabreicht. Schon nach einer Woche begann der Kostaufbau, Adam begann zu trinken. "Fünf Monate später geht es Adam hervorragend", sagt Prof. Dr. Ulrich Baumann, Leberspezialist für Kinder. "Die Leber hat komplett ihre Funktion aufgenommen. Der Junge entwickelt sich vergleichbar zu anderen Kindern in dem Alter." (ija)