Wie die Ernährung die Fruchtbarkeit beeinflusst

Mit Kinderwunsch-Diät die Chancen auf ein Baby erhöhen – geht das wirklich?

Rebel Wilson verriet vor Kurzem den wahren Grund für ihren krassen Gewichtsverlust.
Rebel Wilson verriet vor Kurzem den wahren Grund für ihren krassen Gewichtsverlust.
© Instagram/rebelwilson

30. Juli 2021 - 12:55 Uhr

Rebel Wilson nahm 34 Kilo ab - um Chancen auf eine Schwangerschaft erhöhen

Rebel Wilson hat einen beeindruckenden Gewichtsverlust hingelegt: Ganze 34 Kilo hat die australische Schauspielerin innerhalb des letzten Jahres verloren! Ihr größter Ansporn dabei: eine zukünftige Schwangerschaft. Denn als die 41-Jährige sich über ihre Chancen auf eine Mutterschaft informieren wollte, teilte ihr der Arzt ihr mit, dass sie ihr Übergewicht reduzieren sollte, um ihre Chancen zu verbessern. Das habe bei ihr für einen Klick-Moment gesorgt, erzählte Rebel kürzlich auf Instagram, der sie dazu brachte, ihre Ernährung grundlegend umzustellen. Denn was viele nicht wissen: Frauen mit Kinderwunsch sollten sowohl auf ihr Gewicht als auch auf ihre Ernährungsweise achten, um ihre Chancen auf ein Baby zu erhöhen.

Übergewicht kann die Fruchtbarkeit vermindern

Starkes Übergewicht kann ein Grund sein, warum es mit dem Schwangerwerden nicht klappt. Der Grund: "Eizellreifung und Eisprung sind bei stark adipösen Frauen gestört", erklärt das Integrierte Forschungs- und Behandlungszentrum (IFB) Adipositas-Erkrankungen auf seiner Webseite.

Und auch während der Schwangerschaft bedeutet Übergewicht eine zusätzliche Gefahrenquelle für Mama und Baby. Die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DDDG) warnt in einem Patientenleitfaden für Schwangere mit Übergewicht und adipöse Frauen mit Kinderwunsch: "Adipöse Schwangere haben ein deutlich erhöhtes Risiko von spontanen Fehlgeburten." Bei stark übergewichtigen Schwangeren bestehe ein 1,7- bis 3,5-fach erhöhtes Risiko einer Totgeburt in Terminnähe, so die DGGG. Zudem erhöhe sich das Risiko für Neuralrohrdefekte des Babys, zum Beispiel den sogenannten "offenen Rücken". Und auch die Risiken einer Schwangerschaftsdiabetes sowie einer Präeklampsie seien bei Schwangeren mit Adipositas deutlich erhöht.

Die gute Nachricht: Wenn es der Frau gelingt abzunehmen, kann sich ihr Risiko für die oben genannten Erkrankungen wieder verringern – und ihre Fruchtbarkeit wieder steigen. Ein guter Grund also, schon vor der Schwangerschaft auf die Ernährung zu achten – oder bei Bedarf eine Diät zu machen.

Wie sollten sich Frauen mit Kinderwunsch ernähren?

Die Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe lautet daher ganz klar: "Ein Lebensstil mit vermehrter Bewegung, adäquater Ernährung und Gewichtsabnahme schon vor der Schwangerschaftsplanung hat positive Auswirkungen sowohl auf die Schwangerschaft als auch auf die Entbindung/Geburt und die Zeit danach."

Dabei sollte die Mama in spe also nicht nur auf die Gewichtsreduktion allein achten. Ebenso wichtig ist eine gesunde, ausgewogene Ernährung. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) definiert eine ausgewogene Ernährung so:

RTL NEWS empfiehlt

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  • überwiegend pflanzliche Lebensmittel verzehren
  • mindestens drei Portionen Gemüse und zwei Portionen Obst am Tag
  • bei Getreideprodukten wie Brot, Nudeln, Reis und Mehl auf die Vollkornvariante zurückgreifen
  • Milch und Milchprodukte wie Joghurt und Käse täglich essen, Fisch ein- bis zweimal pro Woche sowie nicht mehr als 300 bis 600 g Fleisch pro Woche
  • auf gesunde, pflanzliche Fette zurückgreifen
  • Zucker und Salz beim Kochen sparsam einsetzen
  • etwa 1,5 Liter Wasser oder ungesüßte Getränke pro Tag trinken
  • Lebensmittel so lange wie nötig und so kurz wie möglich, mit wenig Wasser und wenig Fett, zubereiten
  • achtsam essen und zwischen den Mahlzeiten Pausen einlegen

Was ist mit Nahrungsergänzungsmitteln?

Auch durch die Aufnahme bestimmter Vitamine und Nährstoffe können die Fruchtbarkeit gesteigert und die Chancen auf eine gesunde Schwangerschaft erhöht werden. Die meisten Nährstoffe decken wir bereits durch eine gesunde Ernährung ab. Bei zwei Nährstoffen haben Frauen mit Kinderwunsch allerdings oft zusätzlichen Bedarf:

  • Folsäure: Die Einnahme von Folsäure verringert das Risiko einer Fehlgeburt sowie von Geburtsfehlern und ist beispielsweise in Kartoffeln, grünem Blattgemüse und Hülsenfrüchten enthalten. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt Frauen mit Kinderwunsch, "400 μg Folsäure pro Tag oder äquivalente Dosen anderer Folate in Form eines Supplements" einzunehmen.
  • Jod: Die DGE empfiehlt Frauen, sich schon vor der Schwangerschaft beim Arzt zur Bedeutung von Jod beraten zu lassen. Heißt: Abhängig von, zum Beispiel, der Schilddrüsen-Gesundheit und den Ernährungsgewohnheiten kann es nötig sein, dass Frauen mit Kinderwunsch ein Jod-Supplement nehmen oder beim Essen auf eine erhöhte Jodzufuhr achten sollen.

Ob abgesehen davon ein zusätzlicher Bedarf an Vitaminen und Nährstoffen besteht, sollten Frauen mit Kinderwunsch bei ihrem Hausarzt oder Gynäkologen abklären. (dhe)

Lese-Tipp: Stiftung Warentest: Gute Nahrungsergänzungsmittel für Schwangere gibt's für ein paar Cent

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel enthält nur allgemeine Informationen. Die Einnahme von Vitaminpräparaten und Nahrungsergänzungsmitteln ist nicht immer sinnvoll und kann Ihnen bei falscher Dosierung oder Kombination sogar schaden. Lassen Sie sich daher von einem Arzt oder Apotheker beraten. Schwangere sollten mit ihrem Frauenarzt sprechen. Vitaminpräparate und Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine gesunde Ernährung oder Lebensweise.