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Mercedes-Teamchef Toto Wolff: „Ich war schon über 500 Stunden beim Psychiater“

Toto Wolff spricht über Druck und wie er damit umgeht

Mercedes-Boss: „Ich war schon über 500 Stunden beim Psychiater“

WOLFF Toto aut, Team Principal & CEO of Mercedes AMG F1 Team, portrait during the Formula 1 Aramco pre-season testing prior the 2022 FIA Formula One World Championship, WM, Weltmeisterschaft on the Bahrain International Circuit, from March 10 to 12,
Toto Wolff in der Box seines Rennstalls.
www.imago-images.de, IMAGO/PanoramiC, IMAGO/Diederik van der Laan

Toto Wolff ist der erfolgreiche Teamchef, mit dem Mercedes unglaubliche acht Mal in Folge den Konstrukteurstitel in der Formel 1 gewann. Er ist der starke Anführer der Silberpfeile. Im Gespräch mit der „Times“ hat der Österreicher nun darüber gesprochen, wie er es trotz des immensen Drucks geschafft hat, so erfolgreich zu werden – und dabei auch über Hilfen gesprochen, die er in Anspruch nimmt: „Ich habe psychisch gelitten, ich tue es immer noch. Hilfe zu bekommen ist eine Möglichkeit, meine Probleme zu überwinden, und es hat mir geholfen, auf ungenutztes Potenzial zuzugreifen.“

Wolff: Es ist nicht leichter, im Rolls Royce zu weinen

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Wolffs Mutter sagte ihm früher einmal: „Es ist leichter, in einem Rolls Royce zu weinen als in einem VW Beetle." Doch als der 50-Jährige immer erfolgreicher wurde, immer mehr Geld verdiente, da realisierte er: Das, was seine Mutter ihm mit auf den Weg gab, das stimmt nicht. Im Gegenteil.

„Ich denke, wir haben die Pflicht zu sagen, dass wir Hilfe bekommen und dass es in Ordnung ist, Hilfe zu bekommen“, so Wolff weiter. Deshalb spricht er zwei Sport-Stars, die im vergangenen Jahr ihr Schweigen um ihre mentalen Probleme gebrochen haben, seinen größten Respekt aus: „Simone Biles (US-Turnerin, Anm.d.Red.) und Naomi Osaka (japanischer Tennis-Profi, Anm.d.Red.) verdienen viel Anerkennung dafür, wie sie darüber gesprochen haben.“

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Wolff ist ein "sehr, sehr sensibler" Mensch

Und so spricht auch der Mercedes-Teamchef ganz offen über seine mentalen Schwierigkeiten: „Ich gehe seit 2004 zu einem Psychiater, ich glaube, ich hatte mehr als 500 Therapiestunden. Ich hatte nie Probleme mit dem Stigma. Einige der erfolgreichsten Menschen sind sehr, sehr sensibel und sehr, sehr sensibel bedeutet sehr, sehr verletzlich.“

Auch wenn er dabei nicht „zu sehr ins Detail“ gehen will, wie es ist, „sich deprimiert, sich unzulänglich“ zu fühlen, macht Wolff klar, dass sich hinter der glanzvollen Fassade allzu oft aber auch Abgründe auftun: „Alles hängt davon ab, wie man sich selbst wahrnimmt. Aber auch hochkarätige, erfolgreiche Leute, die alles zu haben scheinen, haben Probleme.“ (ana)