Zwei Millionen Menschen bekommen mehr Geld

Extra-Zulage für Pflegekräfte: Tarifvereinbarung ist durch

Pflegekräfte im Einsatz. Foto: Sven Hoppe/dpa/Archivbild
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29. Oktober 2020 - 11:39 Uhr

Lohnerhöhungen kommen im nächsten Jahr

Mehr als zwei Millionen Menschen sind in Deutschland bei Bund und Ländern beschäftigt. Sie dürfen sich über eine Lohnerhöhung freuen. Pflegekräfte sollen im kommenden Jahr eine gesonderte Gehaltssteigerung erhalten.

Auch Auszubildende profitieren von der Tarifvereinbarung

Bei den Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen ist eine Einigung erzielt worden. Wie am Sonntagmittag mitgeteilt wurde, steigen die Einkommen um 4,5 Prozent in der niedrigsten Entgeltgruppe und -stufe und noch um 3,2 Prozent in der höchsten Eingruppierung. Die Tarifvereinbarung läuft bis zum 31. Dezember 2022.

Wie es weiter hieß, sollen die Löhne und Gehälter zunächst zum 1. April 2021 um 1,4 Prozent, mindestens aber um 50 Euro sowie zum 1. April 2022 um weitere 1,8 Prozent angehoben werden. Auszubildende bekommen jeweils 25 Euro mehr. Die Gewerkschaften waren mit der Forderung eines Lohn- und Gehaltsplus von 4,8 Prozent bei einjähriger Laufzeit in die Verhandlungen gegangen.

Gesonderte Steigerungen bei Pflegezulagen

Für die Pflegekräfte wurden gesonderte Gehaltssteigerungen vereinbart. Ab März 2021 wird eine Pflegezulage von 70 Euro gezahlt, die ein Jahr später auf 120 Euro erhöht wird. Die Zulage in der Intensivmedizin wird mehr als verdoppelt auf 100 Euro monatlich, die Wechselschichtzulage steigt von 105 auf 155 Euro monatlich, wie es weiter hieß. In den Betreuungseinrichtungen wie Altenheimen wird die Pflegezulage mit einem Plus von 25 Euro auf Gleichstand mit den kommunalen Krankenhäusern gebracht. Ärzte in den Gesundheitsämtern erhalten ab März 2021 eine Zulage von 300 Euro monatlich.

Die Tarifrunde fand wegen der Corona-Pandemie unter besonderen Bedingungen statt. Die Mitglieder der Tarifkommission von Verdi waren teilweise online zugeschaltet. Die Gewerkschaften standen unter dem Druck, Streiks und Proteste unter Einhaltung der Hygieneregeln durchzuführen. Die Haushalte der Kommunen sind wegen der Wirtschaftskrise und wegbrechender Gewerbesteuereinnahmen belastet.

Die dritte Verhandlungsrunde hatte am Donnerstag begonnen. Lange Zeit lagen die Positionen weit auseinander. Am Samstag wurde mit Unterbrechungen fast 14 Stunden lang verhandelt. Stundenlang saßen die Gremien in Wartestellung, um einen Vorschlag zu beraten. Mehr als zwei Millionen Beschäftigte von Bund und Kommunen sind von der jetzigen Einigung betroffen.