Nach 30 Jahren

Mega-Klatsche für die CDU: 27-jährige SPD-Politikerin schnappt sich Angela Merkels Wahlkreis

Sie ist erst 27: Anna Kassautzki (SPD) übernimmt Angela Merkels Wahlkreis.
Sie ist erst 27: Anna Kassautzki (SPD) übernimmt Angela Merkels Wahlkreis.
© deutsche presse agentur

27. September 2021 - 8:06 Uhr

Nächste Niederlage für die CDU

Nicht nur beim Kampf ums Kanzleramt muss sich die Union gegen die SPD geschlagen geben, auch im bisherigen Wahlkreis der scheidenden Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die CDU im Rahmen der Bundestagswahl 2021 eine bittere Niederlage erlitten. Erstmals nach mehr als 30 Jahren ging das Direktmandat im Wahlkreis 15 in Mecklenburg-Vorpommern nicht an die Christdemokraten.

SIE hat das Direktmandat erhalten

Stattdessen zieht die 27-jährige Anna Kassautzki von der SPD mit 24,3 Prozent der Erststimmen für den Wahlkreis Vorpommern-Rügen - Vorpommern-Greifswald I in den Bundestag ein. Auf Platz zwei landete Merkels Nachfolger als CDU-Direktkandidat, der 33-jährige Betriebsprüfer Georg Günther, mit 20,4 Prozent. Er lag damit nur knapp vor Leif-Erik Holm von der AfD (19,9 Prozent).

Anna Kassautzki war gerade einmal 11 Jahre alt, als Angela Merkel Kanzlerin geworden ist. Jetzt tritt sie zumindest ein kleines Stück weit in ihre Fußstapfen.

"Ich fühle mich unfassbar geehrt"

Kassautzki sagte: "Ich fühle mich unfassbar geehrt." Die SPD kann in dem Wahlkreis ihr Ergebnis bei den Erststimmen im Vergleich zur Bundestagswahl 2017 um 12,7 Prozentpunkte verbessern. "Es war eine Teamleistung, die wir da gebracht haben", so Kassautzki, die an der Universität Greifswald arbeitet.

Die CDU verliert im Wahlkreis 15 im Vergleich zur vorherigen Bundestagswahl beim Erststimmenergebnis 23,6 Prozentpunkte. "Es ist schon bitter", kommentiert Georg Günther das Ergebnis. Er war in der letzten Woche vor der Wahl zusammen mit Merkel noch ausgiebig durch den Wahlkreis getourt. Er mache sich für seinen Wahlkampf keine Vorwürfe, sagte Günther. Die Landtagswahl habe auch auf das Bundestagswahlergebnis in seinem Wahlkreis ausgestrahlt. Die SPD hat die Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern deutlich gewonnen, während die CDU auf ein historisches Tief gefallen ist.

Die scheidende Bundeskanzlerin hat im Wahlkreis 15 seit 1990 acht Mal in Serie das Bundestagsdirektmandat gewonnen. 2017 kam Merkel auf 44 Prozent der Erststimmen - sie lag damit deutlich vor dem Zweitplatzierten AfD-Kandidat Leif-Erik Holm mit 19,3 Prozent. 2013 gewann die Kanzlerin noch deutlicher mit 56,2 Prozent der Erststimmen.

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dpa / cch