Weniger aggressive Methode

Medizin-Meilenstein! Neue Brustkrebs-Therapie ganz ohne Bestrahlung

Eine Münchner Klinik wendet eine neue Brustkrebs-Therapie ganz ohne Bestrahlung  an.
Eine Münchner Klinik wendet eine neue Brustkrebs-Therapie ganz ohne Bestrahlung an.
© Getty Images/iStockphoto, ilkafranz_com

15. September 2021 - 10:03 Uhr

Neue Wege im Kampf gegen den Brustkrebs

Ein Klinikum im bayrischen Freising geht neue Wege beim Kampf gegen Brustkrebs. Die teils aggressive Bestrahlung der Patientin fällt künftig weg. Der "Münchner Merkur" hat zuerst über dieses revolutionäre Verfahren berichtet.

Neue Untersuchung am Wächter-Lymphknoten

Der größte Unterschied in diesem neuen Verfahren: Eine neue Art der Untersuchung des Wächter-Lymphknotens. Dieser ist der erste Lymphknoten, der im Abflussgebiet der Lymphflüssigkeit eines bösartigen Tumors liegt. erklärt Dr. Dario Vincenti, Chefarzt der Gynäkologie und Geburtshilfe des Klinikum Freisings dem "Münchner Merkur". Sollten sich Krebszellen vom ursprünglichen Herd gelöst haben, so wäre der Wächter-Lymphknoten wahrscheinlich als erstes betroffen.

Injektion magnetischer Nanopartikel

Für die Suche nach dem Wächter-Lymphknoten wird normalerweise eine radioaktive Lösung benötigt, die in Brust und Achselhöhlen injiziert wird. Eine schonende Alternative ist jetzt die Injektion magnetischer Nanopartikel, wie sie jetzt das Klinikum Freising als eine der ersten in Deutschland vornimmt. Mit Hilfe einer speziellen Sonde lassen sich die Nanopartikel, und damit der Wächter-Lymphknoten schnell und exakt finden. "Da sich der Wächter-Lymphknoten nach der Eingabe bräunlich verfärbt, ist er auch optisch gut zu entdecken", erklärt Vincenti dem "Merkur". Das Verfahren sei mindestens so zuverlässig wie die traditionelle Methode.

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Heilungschancen heute bei 90%

Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Chefarzt Vincenti macht aber gleichzeitig Hoffnung: "Wird der Tumor rechtzeitig entdeckt und werden das befallene Gewebe und der befallene Lymphknoten gezielt und schnell entfernt, liegen heute die Heilungschancen bei über 90 Prozent." Das Klinikum Freising baut daher auf effiziente, aber zugleich schonende Methoden, um die Risiken für Betroffene so gering wie möglich zu halten. (xst)

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