Maskenpflicht ja oder nein?

Was wird aus den Schulen, wenn die Infektionszahlen wieder steigen?

02. November 2021 - 16:27 Uhr

Wie könne Schulen und Kitas offen bleiben?

Wie geht es mit der Corona-Situation in Deutschland weiter? Mehr noch als im vergangenen Jahr liegt der Fokus in diesem Herbst auf den Schulen und Kindergärten, weil sich dort massenweise ungeimpfte Kinder tummeln. Wie lässt sich die Lage trotzdem unter Kontrolle halten ohne Schulen und Kitas wieder schließen zu müssen? Darüber sollen schon bald die Ministerpräsidenten mit der Bundeskanzlerin verhandeln. Aktuell könnte die Situation der einzelnen Bundesländer – mal wieder – unterschiedlicher kaum sein. Wie Schüler und Elternvertreter die Lage bewerten, sehen Sie im Video.

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NRW schafft Maskenpflicht ab

Bei vielen Schülern und Lehrern ist die Erleichterung heute groß. Nach unzähligen Monaten mit Mund-Nasen-Bedeckung ist die Maskenpflicht in Nordrhein-Westfalens Schulen zumindest in den Klassenzimmern ab heute Geschichte. Doch die Meinungen über diese Entscheidung sind gespalten.

Natürlich gebe es einzelne Lehrer und Schüler, die Bedenken hätten, ihre Masken abzulegen, "aber die große Erleichterung: ich kann die Schüler auch mal in Gänze sehen", sagte z.B. Schulleiter Dieter Müller, des Gymnasiums Herkenrath in Bergisch Gladbach im RTL-Interview.

Einige Schüler äußern sich gegenüber RTL jedoch skeptisch und äußern Sorgen über neue Impfdurchbrüche. Auch deshalb ist es den Schülern an vielen Schulen freigestellt, die Masken auch weiter zu tragen, wenn sie sich so sicherer fühlen.

Bayern führt Maskenpflicht wieder ein

Das Sicherheitsgefühl ist nämlich eines der großen Themen, die aktuell durch die Klassenzimmer und die heimischen Wohnzimmer geistern. Führt das Wegfallen der Maskenpflicht eventuell wieder zu steigenden Infektionen und schlussendlich zu erneuten Schulschließungen?

Zumindest in Bayern befürchtet man genau das und hat mit sofortiger Wirkung die Maskenpflicht in den Schulen wieder eingeführt. Die Regelung gilt mit Wiederbeginn der Schule nach den Herbstferien am kommenden Montag.

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Und auch die Gewerkschaft Erziehung und Wissen, die sich für gute Bildungschancen in Deutschland einsetzt, sieht einen Wegfall der Maskenpflicht kritisch. "Wir müssen alles tun, damit die Schulen aufbleiben", so Heike Ackermann von GEW Hessen. Dazu zähle eben auch die Maskenpflicht.

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Der Mangel an Luftfiltern

Eine Ergänzung zur Maskenpflicht könnten laut GEW auch Luftfilter sein. Nur zusammen mit dem regelmäßigen Lüften und speziellen CO2-Messgeräten könne wirksam verhindert werden, dass die Schulen nicht doch wieder geschlossen werden müssten, so Ackermann.

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Doch auch beim Thema Luftfilter könnte die Situation in den Bundesländern nicht unterschiedlicher sein. Während in Hamburg schon ein Großteil der Klassenzimmer mit Geräten ausgestattet ist, ist in Brandenburg noch nicht die Bestellung aufgegeben worden.

Es dürfte also wieder ein kalter Winter in den Klassenzimmer werden. Denn die einzige Alternative zum Luftfilter ist das klassische Lüften.

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Immunologe fordert Lockdown für Ungeimpfte

Keine Booster-Impfung für Schüler

Das Hauptproblem des kommenden Winters liegt laut Stiko-Präsident Dr. Thomas Mertens ohnehin vor allem bei den ungeimpften Erwachsenen. Weil diese aber sich offensichtlich oft nicht überzeugen ließen, müsse jetzt bei den Booster-Impfungen Gas gegeben werden. "Es müssen unbedingt diejenigen geimpft werden, die kein normal reagierendes Immunsystem haben", so Mertens.

Daraus aber eine Impfempfehlung auch für Schüler abzuleiten sei jedoch falsch, so der Chef der Kassenärztlichen Vereinigung Dr. Andreas Gassen. "Booster-Impfungen wahllos für alle zu empfehlen macht keinen Sinn." Vielmehr müssten neue Hotspots in Alten- und Pflegeheimen verhindert werden. (sst)

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