Starke Meeresströmung riss 51-Jährigen mit

Mann überlebt 5 Nächte auf einsamer Insel vor Rio de Janeiro - er aß zwei Zitronen und Holzkohle

Mann überlebt 5 Nächte auf einsamer Insel vor Rio de Janeiro Starke Meeresströmung riss 51-Jährigen mit
01:01 min
Starke Meeresströmung riss 51-Jährigen mit
Mann überlebt 5 Nächte auf einsamer Insel vor Rio de Janeiro

30 weitere Videos

Der 51-jährige Nelson Nedy wollte sich auf einem Felsen in der Westzone von Rio de Janeiro bloß das Meer ansehen. Plötzlich schlug jedoch eine hohe Welle über den Aussichtspunkt und riss den robusten Brasilianer mit ins Meer. Wegen der starken Strömung hatte Nelson keine Chance, zurück zum Strand zu schwimmen. Nachdem er einige Stunden im Wasser getrieben war, schaffte er es, sich ans Ufer einer unbewohnten Insel im Meer vor der Metropole zu retten. Dort soll er sechs Tage und fünf Nächte ausgeharrt haben, bis er gerettet wurde, berichtet das Nachrichtenportal „G1“.

Schwester sucht verzweifelt nach vermisstem Bruder

"Ich knallte mit meinem Hintern auf einen Felsen“, erzählt Nelson Nedy dem Nachrichtenportal. „Dann versuchte ich, von dem Felsen weg zu kommen um nicht nochmal dagegen zu schlagen und schwamm weiter ins Meer hinein." Dann habe ihn die Strömung mindestens drei Kilometer mitgerissen, bis er schließlich auf eine Insel gespült worden sei. Die Insel Ilha das Palmas befindet sich in Sichtweite der bei Touristen beliebten Strände von Ipanema und Leblon. Trotzdem blieb der Mann in Not tagelang unbemerkt.

Die Schwester des 51-Jährigen, Jaqueline D. postete am 09. August ein Foto ihres vermissten Bruders. Sie schrieb, dass Nelson Nedy am Vortag um 15 Uhr das Haus verlassen hatte und seitdem nicht heimgekehrt sei. Umliegende Krankenhäuser hatte die Brasilianerin zu dem Zeitpunkt wohl schon abtelefoniert. Doch von ihrem Bruder keine Spur.

Insel vor Rio: Brasilianer übernachtet in Höhle

Er harrte in der Zeit unbemerkt auf der Insel aus. Nachdem er sich von dem stundenlangen Treiben im Wasser etwas erholt hatte, sei er auf die Suche nach einem Unterschlupf gegangen, erzählt Nelson im „G1“-Interview. Doch, "da war nichts. Nichts, worin man sich verstecken konnte, nichts, in dem man Schutz suchen konnte", berichtet er.

Schließlich habe er eine Höhle entdeckt, so der gelernte Gärtner. Da habe er übernachten können, als die Temperaturen gesunken seien. Er habe sich ein durchnässten T-Shirt um seinen Kopf gelegt, um sich zumindest halbwegs warm zu halten. Am nächsten Tag habe er einen Felsen entdeckt, auf den er geklettert sei.

Dort habe er glücklicherweise einen provisorischen Unterschlupf entdeckt. Es sei vermutlich von lokalen Fischern gebaut worden, die sich dort aufgehalten haben. „Ich fand dort zwei Zitronen und auch zwei Flaschen Wasser.“ Er habe die Zitronen komplett mit Schale gegessen, die Flaschen Wasser habe er sich aufgeteilt.

Gestrandeter Mann, versucht Menschen am Stand auf seine Notlage aufmerksam zu machen

Außerdem habe der 51-Jährige dort eine Decke gefunden. Damit habe er versucht, Menschen, die sich auf der anderen Seite am Strand aufhielten auf sich aufmerksam zu machen. Gab dann aber auf, als er merkte, dass die Menschen zu weit weg waren, um ihn zu sehen.

Er habe sich auch nochmal zurück ins Meer gewagt, mit einem Stück Styropor, das er gefunden hatte. In der Hoffnung, dass dieses ihn wie ein Surfbrett über Wasser halten würde, doch dieser Versuch sei fehlgeschlagen, so der Bericht.

Rio de Janeiro: Jetski-Fahrer entdeckt Nelson Nedy auf Insel

"Es gab einen Moment, da ließ ich mich nur noch treiben. Ich sagte mir, Gott soll jetzt mit mir machen, was er will, er kann mich auch zu sich nehmen." Nelson Nedy sei dann zurück auf die Insel geschwommen. "Ich habe Salzwasser getrunken“ und er habe Holzkohle gegessen, doch dies habe seinen Mund ausgetrocknet. Er hatte sich das Essen der Holzkohle bei Affen abgeguckt, so der Überlebenskünstler weiter.

Am 14. August, dem sechsten Tag auf der einsamen Insel entdeckte ihn glücklicherweise ein Jetski-Fahrer. Nelson Nedy wurde mit einem Hubschrauber abtransportiert und von da aus in ein Krankenhaus gebracht. Ihm gehe es wieder gut, heißt es. (mca)