„Wal-Kotze“ ist ein Vermögen wert

Mageninhalt eines Pottwals macht arme Fischer zu Millionären

Fischer im Jemen haben einen riesigen Brocken Ambra in einem Pottwal gefunden und sind durch den Verkauf reich geworden.
Fischer im Jemen haben einen riesigen Brocken Ambra in einem Pottwal gefunden und sind durch den Verkauf reich geworden.
© Twitter, twitter/ft8DVqLlRTRU0Rk

13. April 2021 - 17:27 Uhr

Fischer nach spektakulärem Fund plötzlich reich

Der Krieg im Jemen sorgt seit 2014 für großes Leid. Eine Gruppe Fischer konnte sich jetzt über Nacht aus dem Elend befreien. Die Männer entdeckten im Magen eines toten Wals 127 Kilo der Substanz Ambra. Der spektakuläre Fund ist ein Vermögen wert.

Erst beachteten sie den Pottwal gar nicht

Der blutige Bürgerkrieg im Jemen hat viele Menschen in dem Land an den Rand ihrer Existenz gebracht. Für eine Fischer-Gruppe ist die Not jetzt zu Ende. Sie machten zufällig eine unglaubliche Entdeckung. Die Männer fanden 127 Kilo Ambra im Bauch eines Pottwals vor der Küste der südlichen Provinz Aden. Ohne es zu beachten seien die Fischer bereits mehrfach an dem toten Tier vorbeigefahren, sagte einer von ihnen der Nachrichtenagentur "Middle East Eye". Ein geflüchteter Fischer, der sich mit Pottwalen auskennt, habe erkannt, dass der Kadaver möglicherweise einen Schatz beherbergen könnte: Ambra.

Ambra: Wachsartige, grauschwarze Substanz ist viel wert

Im Verdauungstrakt eines Pottwals kann sich eine wachsartige, grauschwarze Substanz bilden, die sogenannte Ambra. In Kontakt mit Licht, Wasser und Luft entwickelt die Masse einen wohlriechenden Duft. Sie wird von Parfum-Herstellern geschätzt, um Aromen länger haltbar zu machen. Besonders für teure Wässerchen wird es verwendet. Bei günstigen Parfums wird die Substanz aus dem Walmagen üblicherweise durch synthetische Stoffe ersetzt. Der Preis für ein Kilo Ambra liegt zwischen 10.000 und 30.000 Dollar.

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„Schwimmendes Gold“ wird ausgeschieden oder erbrochen

Die Pottwale scheiden den wertvollen Stoff entweder über ihre Verdauung aus oder erbrechen die Ambra in Form von Brocken. Danach treibt das "schwimmende Gold" im Meer oder wird an Strände gespült. Die Brocken sind in der Regel nur wenige Kilo schwer. Wie in diesem Fall kann es aber auch passieren, dass sich die Ambra-Klumpen in toten Walen befinden.

Fund brachte den Fischern 1,5 Millionen Dollar

Die Fischer an der jemenitischen Küste hatten zuerst die große Herausforderung, dass sie den schweren Walkadaver 30 Kilometer weit auf das Festland bringen mussten. Elf kleine Boote mit mehreren Dutzend Fischern stellten sich der Aufgabe. Nach der Bergung schnitten sie das Tier auf und fanden den 127 Kilo schweren Batzen Ambra. Ein Geschäftsmann aus den Vereinigten Arabischen Emiraten kaufte den Fischern den spektakulären Mageninhalt für rund 1,5 Millionen Dollar ab.

Fischer werden schlagartig reich

Für die Fischer im Jemen ist der Kaufpreis eine schier unvorstellbare Menge Geld. Sie teilten sich die Summe nach eigenen Angaben gerecht auf, je nachdem wie stark die Fischer an dem Einsatz beteiligt waren. Der Rest soll an bedürftige Verwandte gegangen sein. Das Jahreseinkommen der Bevölkerung beträgt im Jemen im Durchschnitt laut Angaben der Weltbank nur rund 800 Dollar. Der Ambra-Fund hat das Leben der Fischer von einem Tag auf den anderen vollständig verändert. "Ich kann es immer noch nicht glauben", sagte ein Beteiligter der arabischen Zeitung "The National". Einige der Tagelöhner kauften sich nun ein eigenes Boot, Auto oder Haus.