Noch ist viel Geld im Topf

Luftfilterflop - Niemand will die Milliarden für die Schulen haben

Ein Luftfiltergerät steht in einem Fachraum eines Gymnasiums.
Ein Luftfiltergerät steht in einem Fachraum eines Gymnasiums.
© deutsche presse agentur

25. November 2021 - 18:52 Uhr

Förderprogramm über 200 Millionen Euro

Luftfilter sollen in Schulen Kinder und Jugendliche in der Pandemie schützen. Daher hat der Bund im Sommer ein Förderprogramm aufgesetzt. Ein Topf von 200 Millionen Euro soll die Länder beim Kauf von mobilen Luftfiltern in Kitas und Schulen unterstützen, fast 1,3 Milliarden Euro soll es für stationäre Luftfilter geben. Ende des Jahres läuft die Förderung aus – und abgerufen haben die Länder das Geld bislang kaum.

Förderung für mobile Luftfilter seit Sommer

Vor vier Monaten hat der Bund beschlossen, die Bundesländer mit einer Millionenförderung zu unterstützen und damit die Schulen und Kitas mit mobilen Luftfiltern auszustatten. Die Resonanz ist allerdings bislang verhalten. 200 Millionen Euro stehen zur Verfügung. Aber es sind erst 275.428 Euro nach NRW abgeflossen, erklärt das Bundeswirtschaftsministerium auf RTL-Anfrage. Förderanträge können bis zum 31.12.2021 gestellt werden. Warum erst so wenig? Luftfilter werden in den Schulen aktuell doch dringend benötigt?

Das Altmaier-Ministerium verweist bei der Antwort auf diese Frage auf die Länder selbst. Diese setzten die Gelder selbstständig ein. Das passiere im jeweiligen Bundesland über bereits bestehende oder neue Luftfilterförderprogramme.

Einige Länderprogramme seien hier noch in der Umsetzung, andere Länder bereiten Kabinettbeschlüsse in ihrem Land vor. In NRW, Bayern, Rheinland-Pfalz, Hessen, Brandenburg, Schleswig-Holstein, Hamburg, Niedersachsen und Sachsen seien die neuen Förderprogramme angelaufen, Anträge könnten gestellt werden. Abgeflossen sind Gelder derzeit aber erst in Nordrhein-Westfalen. Im einwohnerreichsten Bundesland Deutschlands können die Einrichtungsträger bereits seit Ende August Förderungen beantragen.

1,3 Milliarden für stationäre Luftfilteranlagen

Neben den mobilen Filtern hat der Bund auch ein Förderprogramm für stationäre Luftfilter beschlossen – bereits im Oktober 2020. Die Gelder waren zunächst nur für das Auf- und Umrüsten bestehender Anlagen vorgesehen. Erst mit einer Änderung seit Juni können auch neue Anlagen bezuschusst werden. Im Topf sind 1,3 Milliarden Euro.

Hier sind die Resonanz schon etwas besser aus: Das Bundeswirtschaftsministerium teilt hier auf Anfrage mit, es seien etwa 932.000 Euro ausgezahlt worden. Die Anzahl der im Bundesprogramm bis zum 16. November 2021 eingegangenen Anträge beläuft sich auf nahezu 6.000.

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Luftreiniger verringern Coronarisiko in Schulen

Kritik an der bundesweiten Luftfiltersituation in Deutschland äußerte kürzlich der Verband Bildung und Erziehung (VBE) und die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). "Luftfiltergeräte sollten flächendeckend in den Schulen in besonders frequentierten oder kleinen Räumen eingesetzt werden", forderten die beiden GEW-Landesvorsitzenden Annett Lindner und Maik Walm. "Dafür sollte das Land jetzt kurzfristig die Beschaffung und Verteilung von mindestens 2000 Geräten übernehmen."

Eine kürzlich herausgebrachte Studie der Frankfurter Goethe-Uni zeigt, wie wichtig die Anschaffung von Luftfiltern in den Schulen ist. Laut der Studie sind auch Luftreiniger dazu fähig, Aerosole in Klassenzimmern zum Größten Teil zu beseitigen. Damit könne man die Gefahr für Schüler und Lehrer, sich mit Covid-19 anzustecken, deutlich senken. (mtr)