Ein Buchstabe geht den Nutzern gehörig gegen den Strich

"Schämt euch!" – Schmuck von Louis Vuitton sorgt für Shitstorm

Außenansicht eines Louis Vuitton Shops
Das französische Modelabel Louis Vuitton kämpft gerade mit einem Shitstorm in den sozialen Netzwerken. Der Grund: Armbänder, die ein Z-Symbol ziert.
www.imago-images.de, IMAGO/SNA, IMAGO/Evgeny Odinokov

Eigentlich will das französische Luxuslabel Louis Vuitton nur seine neue Schmuckkollektion vorstellen. Doch dann löst die Kampagne einen riesigen Shitstorm im Netz aus. Der Grund: Die Armbänder zieren Buchstaben, die stark an das Z auf russischen Panzern erinnern, die momentan durch die Ukraine pflügen.

Die Initialen des Labels sind wie ein Z angeordnet

In der Kampagne des Labels auf Twitter und Instagram sieht man die schwedische Schauspielerin Alicia Vikander, Rapper Kid Cudi und die chinesische Schauspielerin Jin Chen, wie sie die Armbänder vorstellen. Die Initialen des Labels, L und V, sind auf den Armbändern so angeordnet, dass sie wie ein Z aussehen. Und genau das ist das Problem.

Denn diesen Buchstaben findet man momentan auch häufig auf russischen Panzern in der Ukraine. Dort wird das Z vermutlich verwendet, um die russischen von den ukrainischen Truppen zu unterscheiden . Deren Ausstattung ist nämlich nahezu identisch und von der Luft aus nicht zu unterscheiden. Das weiße Z soll verhindern, dass die Russen ihre eigenen Leute beschießen.

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„Schämt euch!“

Wenn man Louis Vuitton auf Instagram folgt, hat die Kampagne jedoch nichts mit dem Ukraine-Krieg zu tun. Die Kampagne nennt sich „LVVolt“ und die Initialen sollen einen Puls darstellen. Es gehe um die „lebendige Energie“ der neuen Kollektion, heißt es in der Beschreibung der Posts. Die Schmuckstücke selbst sollen „den ikonischen Initialen des Hauses Tribut zollen“.

Die Follower des Labels sehen das etwas anders. „Ein Z-Symbol? Jetzt? Ernsthaft?“, schreibt ein Nutzer und eine andere postet: „Wisst ihr, für was das Z gerade steht?“ Gefolgt von einem kotzenden Emoji. „Schämt euch!“, poltert ein anderer Follower. Auch das ukrainische Model Sasha Ray meldet sich zu Wort: „Schlimmste Marketing-Entscheidung aller Zeiten“, schreibt sie auf Instagram.

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Louis Vuitton äußert sich nicht zum Shitstorm

Nur ein paar magere Kommentare versuchen dem Luxuslabel keine bösen Absichten zu unterstellen. „Ich liebe es, dass die Menschen offenbar nicht verstehen, dass es sich um einen Puls handelt“, schreibt zum Beispiel Nutzerin Sylena auf Twitter.

Die Unternehmensgruppe LVMH, zu der unter anderem Louis Vuitton gehört, hat sich zu dem Shitstorm noch nicht geäußert und auf keines der Kommentare reagiert. Allerdings hat auch LVMH, nebst Hermès und Chanel, Anfang März seine Luxus-Läden in Russland geschlossen, in Reaktion auf den Krieg in der Ukraine. Die russischen Mitarbeiter bezahlt das Label nach eigenen Angaben jedoch weiter. (jbü)