Big-Brother hinter der Fleischtheke

Livestream fürs Tierwohl: In diesem Supermarkt schauen Kunden in einen Schweinestall

13. Oktober 2021 - 17:22 Uhr

Schwein gehabt?

Wer beim Fleischkauf etwas für das Tierwohl tun will, dem helfen inzwischen viele Gütesiegel. Aber was genau bedeuten die und wie werden die Schweine wirklich gehalten? Darüber bekommt man häufig wenig Auskunft. Warum nicht gleich live zu den Schweinen schalten, dachte sich deshalb ein Langenhagener Supermarkt. Das Motto: Erst schauen, dann kaufen. Die Kunden können nun, rund um die Marktöffnungszeiten, den Schweinen im Stall zuschauen. Wie das bei ihnen ankommt und wie der Livestream aussieht, sehen sie im Video

Schweinerei im Free-TV

Es ist eine Fleischtheke, wie in jedem anderen Supermarkt und doch ist hier etwas anders. Hinter der Theke bestrahlt ein Fernseher potenzielle Käufer und Käuferinnen. Zu sehen sind richtige Schweine, die ordentlich die Sau rauslassen. "Wir haben mit dem Bildschirm einfach die tolle Möglichkeit, mit dem Kunden ins Gespräch zu kommen und für unsere Produkte Aufklärungsarbeit zu zeigen und offen darüber zu sprechen", erklärt Geschäftsführer Fabian Fräulein. Zwischen Fernseher und Theke hantiert ein Mitarbeiter in voller Fleischer-Montur mit einem Stück Schweinebauch. Das Stück Fleisch kommt aus dem Stall, der im Flimmerkasten zu sehen ist.

Fleisch vom Familienhof

Die Stars im Stall-TV kommen vom Hof der Familie Mörixmann in Hilter. Sie schwören auf das Tierwohl. "Die Schweine können sich den ganzen Tag aussuchen: Wollen wir wühlen, wollen wir suhlen, wollen wir nach draußen, wollen wir ruhen, wollen wir baden, wollen wir spielen und haben da ganz viel Abwechslung in Bewegung und Fütterung", erklärt Landwirtin Gabriele Mörixmann. Aktivstall nennt sich dieses Konzept. Das Fleisch dieser Schweine würde beim Haltungssiegel in der besten Kategorie 4 landen.

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Nachhaltige Produktion

Optimierung steht aber nicht nur in der Schweinehaltung im Vordergrund. Auch bei der Schlachtung soll für die Kunden Transparenz geschaffen werden. Es wird mit kurzen Wegen bei der Fleischproduktion geworben. "Wir arbeiten so, dass wir uns alle jederzeit zum Kaffee besuchen können, dass wir kurze Fahrwege haben, natürlich auch für die Schweine zum Schlachthof", erklärt die zuständige Fleischermeisterin Sarah Dhem. Und doch findet man sie, die Nadel im Strohhaufen zwischen den Schweinen, wenn man sie sucht: Das Konzept macht sich im Preis bemerkbar. Das Fleisch kostet ungefähr 30 Prozent mehr. (dka/cta)