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"Little Miss Nobody": Entführtes und ermordetes Mädchen nach 62 Jahren identifiziert

Aus Garten der Großmutter entführt und umgebracht

Durchbruch in 62 Jahre altem Cold Case: "Little Miss Nobody" hat endlich einen Namen

1960 entführt! Kinderleiche nach 62 Jahren identifiziert Rätsel gelöst

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Am 31. Juli 1960 tauchte in Arizona die verbrannte Leiche eines Kindes auf, doch seine Identität konnte nie geklärt werden. Nun haben Ermittler das 62 Jahre alte Rätsel dank modernster Technik gelöst. Damit hat die Tote, die die Polizei „Little Miss Nobody“ getauft hatte, endlich einen Namen – und eine Geschichte. Abgeschlossen ist der Cold Case aber noch lange nicht.

Kleine Sharon Lee Gallegos war beim Spielen entführt worden

Yavapai County Sheriff's Tom Boelts bei einer Pressekonferenz zur Identifizierung im Fall "Litte Miss Nobody".
Yavapai County Sheriff's Tom Boelts bei einer Pressekonferenz zur Identifizierung im Fall "Litte Miss Nobody".
AS ER, AP, Doug Cook

Beamte nutzten modernste DNA-Technik und Gesichtsrekonstruktionen, um das 62 Jahre alte Rätsel zu lösen. Bei dem getöteten Kind handelt es sich um Sharon Lee Gallegos, so die Ermittler bei einer Pressekonferenz in Prescott (US-Bundesstaat Arizona). Die Vierjährige war am 21. Juli 1960 aus dem Garten ihrer Oma in Alamogordo (US-Bundesstaat New Mexico) entführt worden, wo sie mit anderen Kindern gespielt hatte.

Zehn Tage später war die Kinderleiche entdeckt worden – rund 870 Kilometer entfernt, in der Sonora-Wüste im US-Bundesstaat Arizona. Schon damals nahm die Polizei zunächst an, es könne sich um die entführte Sharon handeln. Doch Ermittler schätzten das Alter der Toten falsch ein, hielten sie für älter. Auch ein Vergleich von Kleidung und Fußabdrücken habe keine Übereinstimmung ergeben, sagte Tom Boelts, Lieutenant von Yavapai County. Ein fataler Fehler, wie sich 62 Jahre später zeigen sollte.

Sharon Lee Gallegos: 3D-Gesichtsrekonstruktion brachte den Durchbruch

Das Gesicht einer Toten: Mittels 3D-Rekonstruktion konnte dieses Bild erstellt werden, dass schließlich zum Fall der entführten Sharon Lee Gallegos führte.
Das Gesicht einer Toten: Mittels 3D-Rekonstruktion konnte dieses Bild erstellt werden, dass schließlich zum Fall der entführten Sharon Lee Gallegos führte.
AS ER, AP, Doug Cook

2014 rollte die Polizei den Cold Case neu auf, konzentrierte sich bei ihren Recherchen vor allem auf alte Zeitungsartikel. Ein Jahr später wurde die unbekannte Leiche aus der Wüste exhumiert, die in einem anonymen Grab unter dem Namen „Little Miss Nobody“ beigesetzt worden war. Wie „ABC“ berichtet, hatten die Einwohner der nahe gelegenen Gemeinde Prescott damals Geld für ihre Beerdigung gesammelt, um dem Kind einen Abschied in Würde zu bereiten.

Doch DNA-Proben brachten keinen Fortschritt, 2015 seien die Tests noch nicht weit genug gewesen, um eine neue Spur zu finden. Erst eine 3D-Gesichtsrekonstruktion 2016 gab dem Kind ein Gesicht und führte letztlich zu dem Ergebnis, dass es sich tatsächlich um die 1960 entführte Sharon handelt.

Das habe nun auch ein privat finanzierter DNA-Abgleich der Leiche mit einem nahen Verwandten der Vierjährigen zweifelsfrei beweisen. Das Büro des Sheriffs und die texanische DNA-Firma „Othram“ hatten „ABC“ zufolge Anfang des Jahres umgerechnet rund 3.650 Euro gesammelt, um die speziellen Testungen bezahlen zu können.

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Cold Case Sharon Lee Gallegos noch nicht abgeschlossen

"1960 hatten die Menschen keine Ahnung, dass DNA überhaupt eine Technologie sein würde - sie wussten nicht einmal, wie man sie nennen sollte, sie existierte nicht", sagte David Rhodes, Sheriff von Yavapai County. "Aber irgendwie haben sie genügend Nachforschungen angestellt, um all die Dinge zu bewahren, zu dokumentieren und in Erinnerung zu rufen, damit wir eines Tages an diesen Punkt gelangen konnten."

Abgeschlossen ist der Fall damit aber nicht. "Wir haben noch viel Arbeit vor uns", sagte Boelts. "Wir wollen noch immer die Leute identifizieren, die sie entführt haben. Wir wollen nach wie vor die Frage beantworten, was in den zehn Tagen zwischen der Entführung und dem Auffinden des Kindes passiert ist. Wir arbeiten also weiter." (cwa)