13. Juni 2019 - 20:57 Uhr

von Tina Tinderina

Ich war Tinder mal wieder satt. Immer diese Enttäuschungen: Chlamydien, keine passenden Kondome oder Finger im Po. Daher deinstallierte ich die App und wollte von Männern nichts mehr wissen. Stattdessen tummelte ich mich wieder im realen Leben rum und traf mich abends mit zwei Arbeitskollegen.

Wir waren plötzlich Teil seines Tinder-Dates

Wir tranken Bier, spielten Karten und philosophierten über das Leben. Plötzlich klingelte das Handy von David. Eine Tinder-Bekanntschaft schrieb ihm und fragte, was er heute noch vorhabe. Ha! Der nutzt auch Tinder, dachte ich und grinste in mich hinein. Zufälligerweise war die junge Dame ganz in unserer Nähe und wollte David unbedingt treffen.

Wir überredeten ihn, die Bar aufzusuchen. So konnten wir Derya auch mal unter die Lupe nehmen – das konnte nur lustig werden. Ich war gespannt, wie andere Frauen bei Tinder so waren. Denn meine männlichen Tinder-Dates erzählten mir immer wieder, dass auch meine Gattung nicht immer ganz normal sei und komische Sachen abzog. Wir Frauen komisch? Unvorstellbar!

Sie kam mir plötzlich immer näher

In der Bar angekommen begrüßte David seine Derya und stellte meinen anderen Kollegen und mich vor. Anschließend spielten die Jungs Dart und ich stand mit dem Tinder-Date meines Kollegen alleine da. Wir verstanden uns super und hatten viel Spaß zusammen. Von Bier zu Bier kam mir Derya allerdings immer näher. Ihre Augen blickten immer tiefer und länger in meine. Komische Situation, dachte ich mir.

Doch lange konnte ich nicht darüber nachdenken, denn plötzlich küsste sie mich. Im ersten Moment war ich recht verdutzt. Klar hatte ich in meiner Jugend schon mal eine Frau geküsst. Das probierte man damals ja mal aus. Aber mit 33 Jahren fand ich das irgendwie befremdlich – aber andererseits auch ganz schön. Daher wehrte ich mich nicht und genoss die Nähe zwischen uns. Bis plötzlich David mit funkelnden Augen neben uns stand. Ups, hatte ich ihm tatsächlich gerade sein Tinder-Date ausgespannt? Wie unangenehm…

Ich will lieber einen Mann

Aber ich konnte ihn beruhigen. Für mich war der Kuss mit Derya nur ein kleiner Exkurs zum anderen Ufer. Ich würde den Männern treu bleiben. Denn irgendwo da draußen wartet sicherlich mein Traumprinz auf dem weißen Pferd. Von daher verabschiedete ich mich mit einer herzlichen Umarmung von Derya, fuhr nach Hause und installierte Tinder wieder. Next!

Alle bisherigen Kolumnen von Tina Tinderina findet ihr hier.