Nach mutmaßlicher Gruppenvergewaltigung in Leer

In gleicher Wohnung hat es erst eine Razzia gegeben

In der Leeraner Südstadt sollen drei Männer eine Minderjährige vergewaltigt haben.
In der Leeraner Südstadt sollen drei Männer eine Minderjährige vergewaltigt haben.
© RTL Nord

30. Juli 2021 - 13:14 Uhr

Was ist in dieser Wohnung in Leer alles geschehen?

Es ist eine Tat, die fassungslos macht: Drei junge Männer (18, 20, 21) sollen in einer Wohnung in Leer am Samstagmorgen (24. Juli) gemeinsam eine 16-Jährige vergewaltigt haben. Nun kommen immer mehr Details ans Licht. Klar ist inzwischen: Die Wohnung ist den Ermittlern nicht unbekannt. Erst Mitte Juli haben Spezialkräfte hier einen 34-jährigen Syrer festgenommen.

Razzia wegen Schleuserkriminalität

Bundespolizei
Durchsuchungsmaßnahmen der Bundespolizei am 14.Juli 2021 in Ostfriesland.
© Pressebild, Bundespolizei

260 Polizisten durchsuchen am 14. Juli mehrere Objekte in Ostfriesland, darunter auch die Wohnung in Leer, die jetzt zum Tatort der mutmaßlichen Vergewaltigung geworden ist. Es geht um das bandenmäßige Einschleusen von Ausländern, Ausweismissbrauch, unerlaubte Einreise und Geldwäsche. Ein 34-jähriger Syrer wird laut Polizei von Spezialkräften verhaftet. Ihm wird vorgeworfen als Kopf einer international agierenden Bande die Einschleusung von zahlreichen Syrern nach Deutschland und in europäische Nachbarländer organisiert zu haben.

Kennen sich die Männer?

Bislang will sich die Staatsanwaltschaft Aurich nicht dazu äußern, in welchem Verhältnis die Männer zueinander stehen. Staatsanwalt Jan Wilken erklärt am Freitagmorgen jedoch gegenüber RTL, dass die jungen Männer, die die Jugendliche vergewaltigt haben sollen, nichts mit der mutmaßlichen Schleuserbande zu tun haben. Doch warum waren sie in dieser Wohnung und haben dort offenbar eine junge Frau vergewaltigt? Zwei der Beschuldigten sind ebenfalls Syrer, der Dritte stammt aus dem Irak. Nachbarn berichten unserem RTL-Reporter Anfang der Woche, dass es in der Wohnung häufiger Partys gegeben hat. Immer wieder seien Mädchen ein- und ausgegangen. Welche Rolle die Wohnung aber genau spielt und was hier alles geschehen ist, sei jetzt Teil der Ermittlungen, so Staatsanwalt Jan Wilken.

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Wie geht es jetzt weiter?

Staatsanwaltschaft und Polizei ermitteln derzeit noch die Hintergründe der mutmaßlichen Gruppenvergewaltigung. Ob sich Täter und Opfer vor der Tat kannten, darüber geben die Ermittler keine Auskunft. Staatsanwalt Jan Wilken rechnet in wenigen Monaten mit einer Anklageerhebung. Den Beschuldigten droht eine Haftstrafe zwischen zwei und 15 Jahren. (nkn)

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