Lebenslange Haft für Bauschaum-Mörder

Laurent F. ermordete seine Kinder offenbar aus Rache an seiner Ex-Frau

Laurent F. brachte seine Kinder offenbar aus Rache an seiner Ex-Frau um.
© privat

26. Mai 2020 - 16:59 Uhr

Urteil gegen Bauschaum-Mörder in Dresden

"Bauschaum-Mörder" Laurent F. brachte seine Kinder auf grausame Art um. Der 56-Jährige wurde jetzt vor dem Landgericht Dresden zu lebenslanger Haft verurteilt, die Strafkammer stellte außerdem die besondere Schwere der Schuld fest – eine vorzeitige Entlassung ist damit beinahe ausgeschlossen. Was bringt einen Menschen zu so einer Tat? Offenbar der Wunsch nach Rache an seiner Ex-Frau Marieta F.

Laurent F. hat seine Kinder getötet, wegen Mordes verurteilt am Landgericht Dresden
Laurent F. beim Prozessauftakt in Dresden
© RTL

Laurent F. drohte seiner Ex-Frau bereits früh mit der Ermordung der Kinder

Das Gericht geht davon aus, dass der gebürtige Franzose eine "dominante Persönlichkeitsstruktur" habe, mit Trennungen sei der Mann bereits früher nicht klargekommen. Das Vorhaben seiner Ex-Frau, sich von ihm zu trennen, soll dann auch Auslöser für den Mord an seinen Kindern gewesen sein.

Marieta F. floh laut des Gerichts nach Drohungen ihres Mannes Anfang 2018 zusammen mit den Kindern in ein Frauenhaus. "Wenn ich falle, fallen wir alle" und "Wenn ich einen anderen Mann bei dir sehe, wirst du mein anderes Gesicht kennenlernen", soll Laurent F. ihr gesagt haben. Bereits damals drohte er ihr mit dem Mord an den Kindern.

Marieta F., die Ex-Frau des Mörders
Als Marieta F. sich von ihrem Mann trennen wollte, drohte er ihr, die gemeinsamen Kinder zu töten. Wenige Monate später machte er seine Drohung wahr.
© privat

Nahm sich Laurent F. eine ähnliche Tat zum Vorbild?

Knapp ein Jahr später macht Laurent F. seine Drohung wahr. Am Tag des Mordes fotografiert er die beiden noch, Maja mit einem Eis in der Hand, Leo vor seinem blauen Polizei-Fahrrad. Nur wenige Stunden später würgt er seinen Sohn und seine Tochter bis zur Bewusstlosigkeit, bevor er ihnen Bauschaum in die Münder füllt. Die Kinder ersticken. Anschließend legt er die beiden ins Bett, als würden sie schlafen. Nach der Tat lauert er ihrer Mutter auf, würgt sie und schlägt ihr auf den Hinterkopf. Die Frau entkommt – schwer verletzt.

Während der Ermittlungen stellt sich heraus: Für die schreckliche Tat gab es eventuell ein Vorbild, eine "Blaupause", wie es vom Richter heißt. Nur wenige Monate zuvor brachte ein anderer Dresdener ebenfalls seine beiden Kinder um. Das getötete Mädchen war eine Kindergartenfreundin von Leo, der nur kurze Zeit später auch von Laurent F. getötet wurde. Er soll beim Mordprozess des ersten Falles anwesend gewesen sein – möglicherweise plante er hier schon die Ermordung seiner eigenen Kinder.

Maja und Leo aus Dresden
Maja (2) und Leo (5) wurden von ihrem eigenen Vater grausam getötet. Womöglich nahm er sich dabei eine andere Tat zum Vorbild.
© privat

Laurent F. behauptet, sich nicht an die Ermordung seiner Kinder erinnern zu können

In seinem eigenen Prozess gesteht Laurent F. die Tötung seiner Kinder nach langem Schweigen. Doch an die Tat selbst will er sich nicht erinnern können. "Ich habe meine Kinder verloren", sagt er während der Verhandlung immer wieder, als sei er selbst das Opfer. Dem Urteil hört er ruhig und wortlos zu, wie RTL-Reporter Frank Vacik berichtet, der den Prozess vor Ort begleitet hat.

Auch Laurents F.s Ex-Frau und die Mutter der getöteten Kinder sind anwesend, als das Gericht die lebenslange Haftstrafe verkündet. Nach frühestens 15 Jahren kann die Strafe zur Bewährung ausgesetzt werden. Den Prozess verfolgte die junge Frau gefasst und ruhig - nach dem Urteil bricht sie jedoch auf dem Flur zusammen. Auch wenn Marieta F. ihre Kinder nicht zurückbekommt, dürfte ihr die lebenslange Haftstrafe für ihren Ex-Mann ein wenig Gerechtigkeit verschaffen.