Neu-Mama Sarah (41) überlebt nur knapp

Nach Kaiserschnitt: Britin mit fleischfressenden Bakterien infiziert

Sarah Humphrey und ihre Tochter, nach deren Geburt Sarah mehrfach notoperiert werden musste.
Sarah Humphrey und ihre Tochter, nach deren Geburt Sarah mehrfach notoperiert werden musste.
© gofundme.com / Sarah Humphrey

13. Oktober 2021 - 10:16 Uhr

Nach Kaiserschnitt-Geburt: Sarahs Narbe verfärbt sich schwarz

Für die Britin Sarah Humphrey ist es ein unbeschreiblicher Moment, als sie 2018 nach einem Kaiserschnitt zum ersten Mal ihr Töchterchen im Arm halten darf. Doch nur drei Tage später bemerkt sie, dass sich ihre Kaiserschnittnarbe schwarz verfärbt und extrem zu riechen beginnt. Als die Ärzte realisieren, dass Sarahs OP-Wunde sich mit fleischfressenden Bakterien infiziert hat, beginnt für die Neu-Mama der Kampf ums Überleben.

Ärzte raten zu letztem Foto mit Mama und Baby

Nekrotisierende Fasziitis: Die Diagnose bedeutet für Sechsfach-Mama Sarah absolute Lebensgefahr. Bei der sehr seltenen, aber äußerst aggressiven Infektion, vermehren sich Bakterien rasant im Körper und setzen dort Giftstoffe frei. Diese lassen das Gewebe absterben, machen es also nekrotisch.

Wie ernst die Lage für sie wirklich ist, begreift Sarah, als sie den dringenden Rat des Krankenhauspersonals an ihren Partner hört: "Sie sagten zu ihm: 'Leg das Baby auf sie drauf und mach nochmal ein Foto von den beiden, denn es sieht danach aus, als ob sie aus dem OP-Saal nicht mehr zurückkommen könnte'", erinnert sich die 41-Jährige im Interview mit dem Magazin "My London".

Ärzte entfernen bei Sarah 20 Kilo infiziertes Gewebe

Weil eine nekrotisierende Fasziitis lebensgefährlich ist und extrem schnell verläuft, müssen Betroffene möglichst rasch behandelt werden. In einer Operation wird das betroffene Gewebe entfernt, gleichzeitig wird der Patient mit Antibiotika behandelt. Wenn sich die Infektion jedoch bereits zu stark ausgebreitet hat, werden häufig Amputationen nötig. Für etwa 30 Prozent der Betroffenen verläuft die Erkrankung tödlich.

Um das Schlimmste bei Sarah zu verhindern, muss sie sofort notoperiert werden. Dabei entfernen die Ärzte fast 20 Kilo infiziertes Gewebe aus dem Körper der Britin. Danach folgen noch dreizehn weitere Operationen, um die durch die Bakterien entstandenen Schäden zu beheben.

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Bis heute: Sarah kann sich nicht ohne Schmerzen bewegen

Und selbst jetzt, drei Jahre später, ist Sarah körperlich noch stark mitgenommen von der Erkrankung. Durch einen Leistenbruch, der in einer künftigen Operation behoben werden soll, ist ihre Beweglichkeit massiv eingeschränkt. "Ich kann nicht länger als fünf Minuten stehen, weil es mir körperlich starke Schmerzen bereitet", erzählt Sarah "My London".

Ihren Alltag kann die Mutter von sechs Kindern im Alter von drei bis 20 nur mithilfe eines Elektro-Rollers bewältigen, durch den sie sich ohne Hilfe von A nach B bewegen kann. Doch seitdem ihr Roller vor einigen Wochen kaputt ging, muss Sarah wieder einiges an Selbstständigkeit einbüßen.

"Meine Jüngste kommt diesen Monat in den Kindergarten", erzählt die stolze Mama. "Doch bis der Roller nicht repariert ist oder ich einen neuen habe, werde ich sie nicht hinbringen können". Nun hofft sie, durch ihre selbst ins Leben gerufene "Gofundme"-Kampagne genug Spenden zu sammeln, um sich die umgerechnet knapp 650 Euro teure Reparatur des Rollers leisten zu können. (dhe)