Laufen lernen mit einem Lauflerngerät

Lauflernhilfe: Sinnvoll oder schädlich für das Baby?

Lauflerngeräte können das Baby beim aufrecht laufen unterstützen, sind unter Eltern und Experten aber auch sehr umstritten.
Lauflerngeräte können das Baby beim aufrecht laufen unterstützen, sind unter Eltern und Experten aber auch sehr umstritten.
© iStockphoto, Maria Roldan Pazos

14. September 2020 - 16:12 Uhr

Lauflernhilfe: Kontroverse Unterstützung beim Laufen lernen

Das Laufen zu lernen ist für ein Baby aufregend und anstrengend. Um ein Kind dabei zu unterstützen, werden verschiedene Lauflerngeräte angeboten. Die meisten dieser Lernhilfen sehen aus wie ein kleiner Wagen. Auf einer Basis mit Rollen ist zumeist ein stuhlartiges Gestell zum Stützen des Rückens aufgebracht, in dem ein Baby stehen soll. Das Gestell besitzt meist eine Ablagefläche, sodass Spielzeug problemlos mitgenommen werden kann. Lauflernhilfen werden sehr kontrovers diskutiert, da sie die motorische Entwicklung behindern können.

Die Vorteile von einem Lauflerngerät fürs Baby

An einem Lauflernstuhl für das Baby scheiden sich die Geister. Falls Sie in Erwägung ziehen, eine Lauflernhilfe für Ihr Baby anzuschaffen, sollten Sie daher das Für und Wider dieser Geräte abwägen. Die Befürworter von Lauflerngeräten weisen darauf hin, dass sie dem Baby einen sicheren Stand bieten. Der Bewegungsspielraum des Kindes wird erweitert, ohne dass die Eltern oder Möbel als Stütze herhalten müssen.

Außerdem kann einem Kind der Umgang mit einem Lauflerngerät viel Spaß bereiten. Eine praktische Ablage und eingebaute Features wie beispielsweise eine Musikabspielfunktion oder kleine Spielzeuge machen ein Lauflerngerät attraktiv für Kinder.

Die Nachteile von Lauflernhilfen

Viele Kinderärzte und Spezialisten sprechen sich gegen den Einsatz von Lauflernhilfen aus. Durch ihren Einsatz können Kinder ein falsches Laufverhalten lernen. Außerdem können Lauflerngeräte durch die Rollen an ihrer Basis Geschwindigkeiten bis zu zehn Stundenkilometern erreichen, was zu einer erhöhten Unfallgefahr führt.

Auch die motorische Entwicklung eines Babys leidet unter solchen Lauflerngeräten. Normalerweise lernt ein Kind nämlich, sich bei kleinen Stürzen abzufangen und das Gleichgewicht zu halten. Das Gerät hingegen bietet eine scheinbare Sicherheit, die der Körperbeherrschung nicht förderlich ist. Orthopäden warnen, dass der Gebrauch dieser Geräte zu Fuß- und Beinfehlstellungen führen kann. Auch die Muskeln können sich verkürzen. Diese Fehlbildungen entstehen vor allem durch langen und regelmäßigen Gebrauch der Lernhilfe.

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Alternativen zu Lauflernstühlen

Um dem Baby etwas mehr Sicherheit beim Laufenlernen zu geben, können Sie auch auf einen Schiebewagen zurückgreifen. Ähnlich wie ein Kinderwagen wird das Gerät vor dem Baby hergeschoben. Es kann sich daran festhalten, wird aber nicht in eine falsche Haltung gezwungen oder vor kleinen Stürzen geschützt. Wenn die Hand der Eltern einmal nicht greifbar ist, ist ein solcher Schiebewagen eine gute Alternative, durch die sich die Unfallgefahr auch nicht erhöht.

Eltern sollten ihren Nachwuchs trotzdem weder mit einem Lauflerngerät noch mit einem Schiebewagen unbeaufsichtigt lassen. Alle Modelle sollten außerdem sauber und ohne scharfe Kanten verarbeitet sein.

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