RTL/ntv "Frühstart"

Oliver Krischer: „Laschet redet wirres Zeug“

ARCHIV - 09.04.2021, Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf: Oliver Krischer, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen steht vor einer digitalen Landesdelegiertenkonferenz in einem Set. (zu dpa «Grüne fordern
Oliver Krischer (Grüne)
mku ost, dpa, Marcel Kusch

Kritik an Reaktion auf Flutkatastrophe

Von Philip Scupin

Der stellvertretende Grünen-Fraktionsvorsitzende Oliver Krischer hat Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet für dessen Reaktion auf die Unwetter im Westen Deutschlands scharf kritisiert. „Hier erlebe ich einen Kanzlerkandidaten, der angesichts dieser Flutkatastrophe überhaupt keine Antworten liefern kann, der ehrlich gesagt wirres Zeug redet, was die Zukunft des Klimaschutzes angeht“, so Krischer in der Sendung „Frühstart“ bei RTL/ntv. Das sei zum Kopfschütteln und überzeuge die Menschen nicht. Auch Umweltverbände hatten Laschet zuletzt heftig kritisiert.

Grüne: In Flutgebieten anders bauen

Krischer gestand ein, dass auch die Grünen durch die Flut noch einmal zusätzlichen Handlungsdruck beim Klimaschutz erkannt hätten. Wenn sich die Klimakrise in der eigenen Heimat auswirke, sei das noch einmal etwas ganz anderes. Seine Partei müsse ihr Programm aber nicht neu schreiben, sondern nur präzisieren. Die Mitbewerber böten beim Klimaschutz gar nichts an, beispielsweise die Union. „Da finde ich nur allgemeine Sätze, da finde ich kaum fassbare Bekenntnisse, da finde ich ein Sowohl-als-auch.“

Der Grünen-Politiker ist dafür, im Katastrophengebiet nach der Flut anders zu bauen. „Man muss schon gucken, wo ist jetzt Wiederaufbau sinnvoll und wo sagt man besser, hier wird nicht wieder aufgebaut.“ Dies müsse vor Ort entschieden werden. Generell dürften nicht immer neue Gewerbegebiete in Flussauen ausgewiesen werden. In seiner Heimat Eifel sei „viel zu viel“ in Flusstälern gebaut worden. „Das muss sich ändern.“ Krischer sprach sich allerdings dagegen aus, Neubauten in Hochwasserrisikogebieten ganz zu verbieten.

Reiserückkehrer brauchen Test

Lob gab es für Bundesgesundheitsminister Spahn. Er will laut einem Medienbericht die Testpflicht für Reiserückkehrer ausbauen. Krischer findet das gut. „Die vierte Welle läuft ja an. Und wir sollten alles, was möglichst wenig Einschränkungen bedeutet, jetzt tun, um wieder schlimme Situationen bei Corona zu vermeiden.“ Ob eine Testpflicht wirklich für alle Verkehrsmittel gelten müsse, „das sei dahingestellt. Richtig ist aber, dass wir vorsichtiger sein müssen.“

Zahlen des RKI zeigen: Viele Urlauber bringen das Virus derzeit mit nach Deutschland.

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Krischer: Impfstoff noch nicht spenden

Krischer sprach sich dagegen aus, angesichts des sinkenden Impftempos und Millionen ungenutzter Dosen in den Kühlschränken bereits jetzt mehr Impfstoff an ärmere Länder zu spenden. „Der Punkt ist noch nicht gekommen.“ Wann er kommen wird, hänge davon ab, wie viele Impfdosen in den nächsten Wochen genutzt werden. „Wenn wir die partout nicht loswerden, also bevor sie verfallen, ist natürlich zu überlegen, ob man sie woanders hingibt.“ Zunächst müsse es aber darum gehen, in Deutschland möglichst viele Menschen zu impfen. Dafür müsse man noch deutlicher werben.