Epizentrum im Osten der Insel

Erdbeben der Stärke 6,4 auf griechischer Urlaubsinsel Kreta 

Feuerwehr auf Kreta. (Archivbild)
Feuerwehr auf Kreta. (Archivbild)
© REUTERS, STEFANOS RAPANIS, AK/MAX

12. Oktober 2021 - 16:28 Uhr

Epizentrum bei Palekastro im Osten Kretas

Die griechische Urlaubsinsel Kreta wurde am Dienstag um 12.24 Uhr von einem Erdbeben der Stärke 6,4 erschüttert. Das Epizentrum lag im Osten der Insel, nahe der Ortschaft Palekastro und etwa 100 Kilometer östlich der Stadt Heraklion. Der Erdbebenherd befand sich rund 10 Kilometer unter der Oberfläche. Laut Zeugen sei das Erdbeben sehr stark gewesen und habe mehrere Sekunden gedauert.

Feuerwehr auf Kreta und den benachbarten Inseln in Alarmbereitschaft

Laut Feuerwehr wurden bislang keine größeren Schäden gemeldet. Alle Einsatzkräfte auf der Insel seien aber in Alarmbereitschaft, schreibt "Kathimerini". Viele Menschen seien aus ihren Häusern auf die Straßen gerannt.

Das Erdbeben sei auch auf den Inseln Kasos, Karpathos und Rhodos stark zu spüren gewesen. Selbst auf dem umliegenden Festland Griechenlands, der Türkei und im Norden Afrikas wurden die Erdstöße registriert.

Kreta Ende September von Erdbeben-Serie erschüttert

Erst Ende September wurde die Insel von zwei schweren Erdbeben der Stärke 5,8 und 5,3 erschüttert. Das erste Beben am 27. September hatte ein Menschenleben gefordert und schwere Schäden angerichtet. Elf Menschen wurden verletzt, mehrere Bewohner mussten aus ihren eingestürzten Häusern befreit werden.

Besonders stark betroffen waren auf Kreta die Ortschaften Arkalochori, Patsideros und Viannos in unmittelbarer Nähe des Epizentrums des Bebens rund 20 Kilometer südlich der Hafenstadt Iraklion. In den Dörfern sollen Hunderte alte Steinhäuser eingestürzt sein.

Mehrere Menschen hatten die darauf folgenden Nächte im Freien verbracht.

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Warum bebt auf Kreta so oft die Erde?

Hierzu RTL-Meteorologe und Geograph Björn Alexander: "Im Südosten Europas taucht die Afrikanische Erdplatte unter die Eurasische Platte ab. Dieses Abtauchen, das auch als Subduktion bezeichnet wird, ist ein häufiger Auslöser für Erdbeben. Denn das Abtauchen passiert nicht gleichmäßig, sondern manchmal verkeilen und verhaken sich die verschiedenen Erdplatten. Es baut sich eine Spannung auf, die sich dann von Zeit zu Zeit in ganzen Erdbebenserien entladen kann." Verstärkend kommt hier übrigens hinzu, dass gleichzeitig auch noch andere Erdplatten beziehungsweise Verwerfungen im Osten (Richtung Türkei) an den Bewegungen der Erde beteiligt sein können. Übrigens seien unterschiedliche Angaben über die Stärke von Erdbeben durchaus üblich: "Oft liegen zwischen den Angaben der verschiedenen seismologischen Dienste Unterschiede im Bereich einer Stärke von 0,1 bis 0,2.", so Alexander weiter. (mor)