Sieben Säuglinge auf Neugeborenenstation getötet?Mutter kam herein, als Lucy L. (32) ihr Baby tötete: "Vertrau mir, ich bin Krankenschwester"
Was Lucy L. vorgeworfen wird, ist schier monströs. Die Kinderkrankenschwester soll auf einer Neugeborenenstation mindestens sieben Säuglinge getötet haben, fünfzehn Mal hätten Mordanschläge ihr Ziel verfehlt, so die Anklage. Wie hoch die Dunkelziffer ist, wird vermutlich nie geklärt werden, denn die 32-Jährige streitet die ihr zur Last gelegten Taten ab. Doch die Beweislast ist erdrückend, die Staatsanwaltschaft ist sicher: Auf der Anklagebank sitzt eine Serienmörderin.
22 Anklagepunkte: Lucy L. bestreitet die Taten

Die Taten sollen sich zwischen 2015 und 2016 auf der Neugeborenenstation des Countess of Chester Krankenhauses in Chester (Großbritannien) ereignet haben. Insgesamt geht es um sieben Fälle von Mord und fünfzehn versuchte Morde. Die Kinderkrankenschwester soll den ihr anvertrauten Babys Luft oder Milch gespritzt, in manchen Fällen Insulin verabreicht haben, sodass sie starben. L. selbst bestreitet die 22 Anklagepunkte. Staatsanwalt Nick Johnson KC sagtedem britischen „Guardian“ zufolge: "Wenn man versucht, ein Kind in einer Neugeborenenstation zu ermorden, ist das eine ziemlich effektive Methode - sie hinterlässt kaum Spuren."
Dennoch kam die Polizei der Frau auf die Schliche. Nun muss sich Lucy L. aus Hereford vor dem Manchester Crown Court verantworten. Ein Prozess, der immer mehr finstere Details zutage fördert.
Mutter überraschte Schwester bei Mordanschlag auf ihr Kind
So umriss der Staatsanwalt am Dienstag, dem zweiten Prozesstag, den Fall eines Zwillingspaares, das im Countess of Chester Krankenhaus behandelt worden war. Die beiden seien zu früh auf die Welt gekommen, L. sei für die Jungen zuständig gewesen. In einer Nacht sei die Mutter zu ihren Söhnen gegangen, um sie zu füttern und fand die Kinderkrankenschwester bei einem von ihnen vor.
Das Baby blutete stark aus dem Mund. L. habe versucht, die Mutter mit den Worten zu beruhigen: "Vertrau mir, ich bin Krankenschwester", legte Johnson den Ablauf der Geschehnisse dar. Das Blut rühre daher, dass der Schlauch der nasogastrischen Sonde seinen Hals reize. L. habe die Frau zurück auf ihre Station geschickt und anschließend versucht, Spuren in den Akten zu verwischen.
"Sie erwähnen nicht, dass das Kind um 21:00 Uhr blutete, und sie erwähnen ein Treffen zwischen seiner Mutter und einem Arzt, an das sich keiner von ihnen erinnern kann“, zitiert die „BBC“ Johnson. Die Krankenschwester soll zudem den Besuch der Mutter aus den Krankenakten "gelöscht" und dann fälschlicherweise behauptet haben, sie selbst sei in einem anderen Zimmer gewesen, als das Baby zusammenbrach. Der Versuch, sich ein Alibi zu verschaffen, so die Anklage.
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Lucy L. injizierte Neugeborenem Luft
Ein anwesender Arzt habe gesagt, er habe "noch nie ein Baby so bluten sehen". Es habe mehr als ein Viertel seines gesamten Blutvolumens verloren. Fünf Stunden später verstarb das Kind. Sein Tod sei zunächst auf eine Magen-Darm-Erkrankung zurückgeführt worden, die bei Frühgeborenen auftreten könne. Der diensthabende Arzt habe eine Obduktion daher nicht für notwendig erachtet, die Eltern des Kindes, sowie Gerichtsmedizin stimmten dem zu. "Wie spätere Untersuchungen ergeben haben, war das ein großer Fehler", sagte Johnson.
Denn in Wahrheit sei das winzige Baby, das laut „Guardian“ mit einem Gewicht von unter 1,3 Kilogramm zur Welt gekommen war, Experten zufolge durch eine Injektion von Luft ermordet worden. Die Blutungen würden zudem „auf ein Trauma hindeuten".
Lucy L. stalkte Eltern bei Facebook - sogar Weihnachten

Am darauffolgenden Tag soll die Kinderkrankenschwester versucht haben, auch seinen sechs Tage alten Bruder zu töten. Laut Anklage habe sie die Nährstoffbeutel vertauscht und Insulin beigemischt, was dazu führte, dass der Blutzuckerspiegel des Kindes in ihrem Beisein abfiel. "Jemand hat ihn vergiftet“, sagte Johnson laut der „BBC“. „Keinem anderen Baby auf der Neugeborenenstation wurde Insulin verschrieben. Daher kann es keine Fahrlässigkeit gewesen sein.“ Das Baby überlebte. Aber das medizinische Team auf der Station sei besorgt gewesen und habe Kontrollen angeordnet.
Vor Gericht ging es auch darum, dass L. ein "sehr auffälliges Interesse" an den Eltern der Zwillinge gezeigt habe. Zwei Tage nach dem Tod ihres Sohnes und mehrmals darauf in den folgenden Monaten, habe sie sie auf Facebook gesucht. Sogar am Weihnachtstag 2015. Als die 32-Jährige später in einer polizeilichen Vernehmung nach dem Warum gefragt wurde, soll sie gesagt haben, „sie habe vielleicht sehen wollen, wie es dem Baby geht".
Kollegin überraschte Lucy L. auf frischer Tat: "Er geht, er geht"
Auch einen Vorfall vom 14. Juni 2015 schilderte Staatsanwalt Nick Johnson vor Gericht, wie unter anderem „BBC“ und „Guardian“ berichten. Kurz nachdem eine andere zuständige Pflegekraft das Zimmer ihres "deutlich zu früh geborenen" Schützlings verlassen habe, sei der Alarm losgegangen. Sie sei zu dem vier Tage alten Jungen geeilt und habe Lucy L. neben dem Kinderbett vorgefunden, die eigentlich für ein anderes Neugeborenes eingeteilt gewesen sei. Sauerstoffwerte und Herzfrequenz sanken, der Zustand des Kindes verschlechterte sich rapide. Der Kollegin soll L. gesagt haben: "Er geht, er geht.“
Das Frühchen wurde kurz vor 6 Uhr morgens für tot erklärt, in seinem Darm sei übermäßig viel Luft festgestellt worden, die nur durch die absichtliche Einführung über die nasale Magensonde verursacht worden sein könne, so die Anklage. Wenige Stunden nach dem Tod des Säuglings habe L. auf Facebook nach seinen Eltern gesucht. Der Zeitpunkt deute darauf hin, dass sie es direkt tat, nachdem sie nach der Nachtschicht aufgewacht sei, sagte Johnson.
Frühchen überlebt drei Mordanschläge - Hirnschaden

Zudem ging es im Prozess um den versuchten Mord an einem weiteren Frühchen. Drei Mal soll die Kinderkrankenschwester versucht haben, das Mädchen zu töten. Es war in der 23. Schwangerschaftswoche mit einem Gewicht von 510 Gramm geboren worden und wurde später in das Krankenhaus nach Chester verlegt. Dort sei es der „BBC“ zufolge drei Wochen lang „kerngesund“ gewesen, habe sich dann aber erbrochen und Anzeichen einer Infektion gezeigt.
Daraufhin kam es zurück in das Krankenhaus, in dem es geboren worden war und erholte sich dort „bemerkenswert gut“. Sobald es stabil war, sei es zurück nach Chester gekommen. Es habe "keine nennenswerten Probleme" mit dem Kind gegeben, "bis Lucy L. ins Spiel kam", führte Staatsanwalt Johnson aus. L. soll dem kleinen Mädchen angeblich Milch über einen Schlauch verabreicht haben, woraufhin es sich innerhalb von etwas mehr als einer Stunde zweimal übergab. Die Atmung setzte aus. "Um es einfach auszudrücken: Die Milch in ihrem Erbrochenen kam nicht aus dem Nichts. Das passiert nicht zufällig", so Johnson.
Drei Mordanschläge habe das Baby überlebt. Aber die Angriffe haben Spuren hinterlassen. Eine erste MRT-Untersuchung zeigte neurologische Veränderungen. Der Anfgangsbefund wurde im August 2016 bestätigt: Das damals drei Monate alte Kind hat einen irreversiblen Hirnschaden erlitten. Die Verhandlung wird fortgesetzt und soll Medienberichten zufolge bis zu sechs Monate dauern. (cwa)












