Ein Kommentar

Wir brauchen eine Impfpflicht - sofort!

Wir brauchen eine Impfpflicht – und zwar jetzt und für alle über 12 Jahren, fordert Christian Berger.
Wir brauchen eine Impfpflicht – und zwar jetzt und für alle über 12 Jahren, fordert Christian Berger.
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18. November 2021 - 11:26 Uhr

Impfpflicht rettet tausende Leben

Deutschland ringt um einen Kurs für den Corona-Winter 2021, im Bundestag, bei einer neuen Ministerpräsidentenkonferenz. Ein wichtiges Thema bei allen Diskussionen und Debatten: Das Impfen. Christian Berger, stellvertretender Politik-Chef bei RTL, hat da eine klare Forderung: Wir brauchen eine Impfpflicht. Sofort. Denn die hat in Deutschland schon mal tausende Leben gerettet.

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Impfpflicht hat in Deutschland Tausende von Menschenleben gerettet

Ich bin Jahrgang 1963 und erinnere mich noch gut, wie ein Impfkommando in meine Grundschule in Witten kam: Zur Pocken-Impfung. Die Narbe kann ich noch heute sehen. Ich kann mich aber nicht an eine Impfdebatte erinnern. Was ich weiß ist, dass die Pocken 1980 von der WHO als ausgerottet erklärt wurden. 1871 waren in Deutschland dagegen noch 180.000 Menschen an einer Pocken-Epidemie gestorben. Das war der Grund, warum Otto von Bismarck das Reichsimpfgesetz durchdrückte. Diese Impfpflicht hat in Deutschland Abertausende von Menschenleben gerettet.

Jetzt nähert sich in Deutschland die Zahl der Corona-Toten der 100.000-Marke. Die 4. Welle baut sich zu einem Tsunami auf. Jeden Tag sterben wieder Hunderte an Corona erkrankte Patienten, die Zahl wird weiter steigen, die Intensivstationen sind am Anschlag und werden mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit bald völlig überlastet sein, Triage inklusive.

Und tatsächlich diskutieren wir immer noch über eine Impfpflicht? Das ist absurd! Wir brauchen eine Impfpflicht – und zwar jetzt und für alle über 12 Jahren. Und wenn die Stiko die Empfehlung von Kindern unter 12 demnächst empfehlen sollte, dann für alle, ALLE. Informationskampagnen erreichen den harten Kern der Impfverweigerer nicht. Diese Möglichkeiten sind ausgeschöpft. Jetzt muss der Staat handeln.

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Wir müssen ALLE die Pandemie stoppen

Bestimmte Berufsgruppen zu impfen, wäre auch das falsche Signal und eine Stigmatisierung von Pflegekräften oder all denen, die gerade an der Corona-Front in Schulen und Kindergärten ihren Dienst tun. Sie sind besonderen Risiken ausgesetzt. Aber wir ALLE müssen die Pandemie stoppen. Wenn wir uns ALLE regelmäßig impfen lassen, dann wird Covid-19 zu einer normalen Krankheit, die zum Alltag gehört. Aber an der nur noch sehr wenige Menschen sterben. So wenige, dass Corona aus den Schlagzeilen verschwinden dürfte. Ja, es wird dann Impfschäden geben. Aber diese Zahl wird im Vergleich zu den Menschenleben, die wir retten, verschwindend klein sein.

Richtig ist, dass selbst die sofortige Einführung der Impfpflicht nicht die vierte Welle sofort brechen wird. Dafür ist die Lage schon zu dramatisch. Aber sie würde uns durch die fünfte, sechste oder welche Welle auch immer helfen. Der Corona-Virus wird nicht mehr verschwinden. Wir müssen mit ihm leben. Wenn wir nicht immer wieder über Lockdowns und Einschränkungen unserer Grundrechte debattieren, wenn wir gerade den jungen Menschen ein normales soziales Leben ermöglichen wollen, dann müssen wir uns impfen. Dann dürfen wir keine Rücksicht auf Impfgegner und Impfmuffel nehmen. Basta!

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Impfpflicht wiegt weniger schwer als andere Einschränkungen

Auch die Impfpflicht ist ein Eingriff in die Grundrechte. Aber er wiegt weit weniger schwer als die Grundrechtseinschränkungen, über die wir jetzt schon wieder reden. Darauf hat der Medizinrechtler Alexander Ehlers schon im Sommer verwiesen. Die Impfpflicht sei mit dem Grundgesetz vereinbar, weil mit ihr Schaden von den Menschen und vom Staat abgewendet werde. Wenn der Staat schon in verfassungsrechtlich geschützte Rechte eingreifen müsse, dann müsse er das mildeste Mittel wählen. Das ist jetzt die Impfpflicht!

Wer behauptet, dass sich eine Impfpflicht nicht durchsetzen lasse, der braucht übrigens nur auf die Geschichte der Pocken-Impfung zu schauen. Im 19. Jahrhundert gab es auch schon unberechtigte Ängste vor Impfungen. Menschen könnten sich zu Kühen verwandeln war die große Sorge. Angesichts der dramatischen Situation und entsprechenden Sanktionen gegenüber Impfgegner wurde die Pocken-Impfung schnell zur Routine.

Und man muss heute schon tief in der Erinnerung kramen, um sich an die Impf-Kommandos in deutschen Grundschulen der 70er Jahre zu erinnern.

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