À la carte war gestern Knastkantine statt Sterne-Küche: Dieses Essen erwartet Alfons Schuhbeck im Gefängnis

Das Gourmet-Gänge-Menü mit einer guten Flasche Wein an einem hübsch eingedeckten Tisch – das wird Alfons Schuhbeck hinter sich lassen müssen. Der 73-jährige Starkoch muss wegen Steuerhinterziehung für drei Jahre und zwei Monate in die Vollzugsanstalt Landsberg. Statt à la carte wird er dort mit dem eher eintönigen Kantinenessen vorlieb nehmen müssen.
Keine Extrawurst für Promis - dafür aber Schweinskäs

Mittagszeit ist in der JVA Landsberg rund 60 Kilometer von München bereits zwischen 11 und 12 Uhr. Im Speise-Saal finden dabei rund 220 Insassen Platz. Ein Schild weist hier darauf hin, dass das Mitnehmen von Geschirr und Besteck grundsätzlich verboten ist. Und was kommt auf den Tisch?
Der Speiseplan der Gefangenen der aktuellen Woche (KW 43) sieht, erfuhr RTL auf Nachfrage bei der JVA Landsberg, so aus: Hauptmahlzeit am Montag ist Ripponi Bolognese, am Dienstag Schweinskäs mit Kartoffelsalat, am Mittwoch Wurstgulasch mit Semmelknödel, am Donnerstag Hacksteak mit Petersilienkartoffeln und am Freitag Eiernudeln mit Salat.
Am Wochenende erwartet die Inhaftierten Folgendes: am Samstag Bohneneintopf serbischer Art mit Debreziner, am Sonntag Kotelette Natur mit Country-Kartoffeln. Darüber hinaus würden aber auch noch verschiedene andere Kostformen (etwa aus medizinischen Gründen, für Vegetarier etc.) angeboten, so die Anstalt. Definitiv wohl aber nix dabei, was Star-Koch Schuhbeck seinen Gästen auftischen würde.
Kann Schuhbeck seiner Kochleidenschaft nachgehen?
Darüber hinaus, abseits der aktuellen Kalenderwoche: Ein typisches Knast-Menü besteht etwa aus Gemüsesuppe, Salat und Schinken-Nudeln. Für Vegetarier gibt es auch die Nudelvariante mit Gemüseeinlage. Das Abendessen dürfen sich die Inhaftierten bereits ab 15:30 Uhr abholen und mit auf ihre Zelle nehmen. Kalt werden kann es sowieso nicht. Denn das Abendmahl besteht aus Roggenbrot, Margarine und Käse. Dazu wird ein Tässchen Tee gereicht.
Als Neuankömmling wird der 73-Jährige in der Haftanstalt zunächst bei der so genannten Zugangsuntersuchung durchgecheckt. Aufgrund der Persönlichkeitsuntersuchung wird danach für jeden Häftling ein individueller Vollzugsplan erstellt, darin wird festgelegt, wie es mit dem Gefangenen während der Haftzeit weitergeht. Etwa in Sachen Arbeit. Einer Tätigkeit nachzugehen ist hier nämlich Pflicht, dabei sollen die Inhaftierten möglichst berufsbezogen eingesetzt werden.
Die JVA erteilt RTL auf Nachfrage in diesem Zusammenhang die Auskunft, dass sich die Arbeitszuteilung nach diversen Faktoren richte. Zunächst würden der schulische und berufliche Hintergrund des Neuzugangs, seine Qualifikationen und sein Werdegang in Erfahrung gebracht. Danach werde von der Werkdienstleitung über den individuellen Arbeitseinsatz entschieden. In erster Linie würde dabei versucht, dem Gefangenen einen Arbeitsplatz zuzuweisen, auf dem er entweder seine bereits vor der Haft vorhandenen beruflichen Fähigkeiten erhalten oder in der Haft neue hinzulernen könne. Dabei spielt durchaus die bisherige Berufstätigkeit in Freiheit eine große Rolle. Jedoch sei auch die gesundheitliche Verfassung ausschlaggebend.
Zwischendurch etwas gönnen
Ob Alfons Schuhbeck dann die Gaumen der Mithäftlinge verwöhnen wird? Aufgrund seines Alters von 73 Jahren könnte er sich von der Arbeitspflicht befreien lassen. Falls er sich das ein oder andere Extra gönnen will, wären Einkünfte aber von Vorteil. Uli Honeß, der ebenfalls in der JVA Landsberg seine Strafe absaß, arbeitete damals in der Kleiderkammer des Gefängnisses. Verdienst circa 1,50 Euro pro Stunde. Von dem Monatslohn (80 bis 90 Euro) habe er sich etwa viel Vollkornbrot, Marmelade und Schokolade gegönnt, verriet er in einem „Bild“-Interview. „Eine Butterbrezen kann schon etwas ganz Besonderes sein“, stellte er damals fest.





























