Das ist die eine Seite von Anne Wünsche.
„Ich hab’ die Männer an der Leine."
Das hier ist sie übrigens auch ihre untere Körperhälfte, bei ihrem eigenen Stand auf der Erotikmesse in Halle.
„Irgendwas scheine ich ja richtig gemacht zu haben, neben dem ganzen Hass."
Hass, eben weil es da auch diese andere Seite gibt. Wenn eine Mutter ihr Geld mit Erotik verdient ...
Dass Anne Wünsche die Messe eröffnet, hier ihre Produkte ausstellt, ist neu für sie. Normalerweise produziert sie ihren Content für OnlyFans und andere Plattformen allein zu Hause.
„Es ist gesehen werden mit Personal Brand und wenn man auffallen möchte, auffallen bedeutet gleich Umsatz, muss man einfach Vollgas geben."
Autogramme schreiben, Fotos machen, Fans treffen.
„Hier auf der Veranstaltung werden auch wieder schöne Bilder von Anne gemacht."
„Und wo kommen die Bilder dann hin?"
„Die kommen in ein Album."
„Ach, Sie haben richtig ein Album?"
„Ja, natürlich. Ich mache doch keine schönen Bilder, damit sie dann in der Ecke liegen müssen."
„Ich finde das süß. Ich finde das wirklich süß. Mich freut sowas immer."
Andere verurteilen sie genau dafür. Wer hat schon drei Kinder – 13, elf und vier Jahre alt – und eine Sexpuppe von sich?
„Ich hatte davor von einer anderen Firma schon eine Nachfrage gehabt. Da habe ich abgelehnt, weil ich dachte: ,Das ist einfach zu krass, ich bin Mama. Irgendwie finde ich das nicht cool'. Und ich habe ein halbes Jahr gebraucht, bis ich dann gesagt habe: ,Okay, eigentlich ist es doch nicht so schlimm'."
Heute findet die 34-Jährige es sogar witzig. Sie hat eben andere Grenzen als die meisten, sagt sie. Seit drei Jahren verdient sie ihr Geld jetzt schon so.
„Jede Mama muss arbeiten. Und wenn es halt an Content geht für speziell OnlyFans, dann miete ich mir meistens ein Hotelzimmer oder schicke die Kinder halt kurz in den Indoorspielplatz mit der Nanny."
„Dass sie quasi gar nichts mitbekommen."
„Die bekommen gar nichts davon mit. Absolut gar nichts. Meistens, wenn ich arbeite, sehen sie nur mich vorm Handy."
Nur ganz selten wird zu Hause über Mamas Job gesprochen. Seit ihrem Umzug vor wenigen Monaten nach Mallorca lebt nur noch ihre älteste Tochter bei ihr – die anderen beiden Kinder bei ihren Vätern.
„Es ist hart, es ist sehr hart. Bevor ich heule, bevor ich frustriert bin, weil ich kann die Situation nicht ändern, versuche ich einfach noch mehr Vollgas zu geben und noch ein geileres Leben aufzubauen. Dass die Kinder einfach noch eine geilere Zukunft haben."
Dank ihres Business, das läuft: „Aktuell ist so der Stand nur auf OnlyFans so 200.000 im Monat."
Bei aller Kritik, die ihr entgegenschlägt. Für andere ist sie genau deswegen sogar ein Vorbild. Eine Frau, die macht, worauf SIE Lust hat.