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Klopapier-Ersatz: Darauf müssen Sie achten!

Erneut Lieferengpässe befürchtet

Alternativen zu Toilettenpapier - was geht und was gar nicht geht

Woman sitting on toilet./ MODEL RELEASED. TUOMAS MARTTILA / LEHTIKUVA +++(c) dpa - Report+++
Klopapier alle? Diese Alternativen kommen infrage.
picture-alliance/ dpa, Lehtikuva Tuomas Marttila

Als die Pandemie anbrach und der Lockdown immer näher rückte, haben viele Menschen vorgesorgt und sich mit Klopapier eingedeckt. Aktuell sorgt der Krieg in der Ukraine für einige Lieferengpässe und viele Menschen fürchten, sie könnten bald erneut vor leeren Klopapier-Regalen stehen. Was bleibt, ist erneut die Suche nach Alternativen. Dabei eignen sich lange nicht alle toilettenpapierähnlichen Hygieneartikel wie Küchenrolle, Feuchttücher oder Tempos als Ersatz. Denn die Produkte können schnell den Abfluss verstopfen. Aber was kann sorglos verwendet werden – und worauf sollten Sie lieber verzichten?

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Toilettenpapier ist extra so konzipiert, dass es sich im Abwasser auflöst und keine Probleme verursacht

Das herkömmliche Toilettenpapier ist so konzipiert, dass es sich in Wasser problemlos auflöst und somit keine Schäden verursacht. Im Gegensatz dazu sind Küchenpapier, Taschentücher, Servietten und Tempos so verarbeitet, dass sie möglichst reißfest und saugstark sind.

„Bei der Herstellung von Küchenrollen und Taschentüchern werden außerdem sogenannte Nassfestmittel auf Basis von Polyamid-Epichlorhydrinharzen verwendet. Sie sind schwer biologisch abbaubar, weshalb ihr Eintrag ins Abwassersystem zu vermeiden ist“, schrieb das Umweltbundesamt bereits 2020 auf seiner Internetseite.

Insbesondere feuchtes Toilettenpapier und Babyfeuchttücher sollten nicht in der Toilette landen, da sie meist aus Kunstfasern bestehen und sich nicht auflösen, was zu Verstopfungen in den Abwasserkanälen und -rohren führen kann. Die müssen dann von Profis der Abwasserbetriebe entfernt werden. Eine kostspielige und zeitaufwändige Angelegenheit, die dadurch entstandenen Kosten werden letzten Endes über die Abwassergebühren von den Verbrauchern zurückgefordert.

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16.03.2022, Nordrhein-Westfalen, Bielefeld: Kaum noch Toilettenpapier ist für die Kunden in diesem Lebensmittelmarkt zu bekommen. Die Regale für manche Produkte sind weitestgehend leer gekauft infolge des Ukraine-Konfliktes. Foto: Friso Gentsch/dpa +
Der Ukraine-Konflikt sorgt teilweise für leere Supermarktregale in Deutschland.
frg sb, dpa, Friso Gentsch

Mobile Poduschen und Waschlappen eignen sich als gute Alternative zu Toilettenpapier

Zu immensen Problemen kann es vor allem dann kommen, wenn die Pumpen in den Kläranlagen von den oft so unbedachten Alternativen in Mitleidenschaft gezogen werden. Mitarbeiter müssen dann mit Sieben und Rechen die Rückstände umständlich aus dem Abwasser entfernen, um so Verstopfungen zu vermeiden. Die Reste werden anschließend gesammelt und verbrannt. Gelangen Küchenpapier, Tempos und Co in das Pumpwerk selbst, kann es sogar sein, dass die Anlage ausfällt. Das wiederum kann dazu führen, dass sich das Abwasser sogar bis ins eigene Haus zurückstaut. Daher sollten diese Produkte, wenn sie denn in Gebrauch waren, unbedingt im Restmüll entsorgt werden.

Wer aber dennoch zu einer Alternative zu Toilettenpapier greifen möchte oder mal greifen muss, ist mit der sogenannten Podusche gut bedient. Die gibt es schon lange nicht mehr nur in Form von teuren Bidets, sondern auch als mobile Variante. Sie werden mit Leitungswasser aufgefüllt und können dann per Knopfdruck zur Reinigung des Intimbereichs verwendet werden.

Was auch funktioniert, ist ein ganz gewöhnlicher Waschlappen, sowie mehrere kleine Stofftücher. Die können dann, so wie Stoffwindeln, bei 90-Grad in der Waschmaschine wieder hygienisch reingewaschen und wieder verwendet werden. (kko)