Sicherheit im Netz

Kinderschutz-Apps im Test: Nur zwei helfen wirklich

Um die Internet-Nutzung von Kindern zu überwachen gibt es zahlreiche Kinderschutz-Apps.
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25. August 2020 - 15:09 Uhr

Stiftung Warentest: Die Ergebnisse für Kinderschutz-Apps

Kindern Grenzen zu setzen und ihre Sicherheit zu gewährleisten sind zwei grundlegende Aufgaben von Eltern. Das gilt auch für die Internet- und Mediennutzung der Kinder, auch wenn es nicht immer einfach ist, einen Überblick darüber zu behalten, was die Kleinen an Smartphone und Tablet treiben. Um die elterliche Überwachung einfacher zu gestalten gibt es zahlreiche Kinderschutz-Apps mit unterschiedlichen Features. Stiftung Warentest hat neun dieser Applikationen genauer unter die Lupe genommen und festgestellt: nur zwei von ihnen helfen wirklich.

Bildschirmzeit, altersgerechte Inhalte und Standort bestimmen

Einige Kinderschutz-Apps bieten sogar die Standortverfolgung der Kinder an.
Einige Kinderschutz-Apps bieten sogar die Standortverfolgung der Kinder an.
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Mithilfe von Kinderschutz-Apps können Eltern die Zeit begrenzen, die ihr Kind online verbringt und den Zugriff auf bestimmte nicht altersgerechte Anwendungen oder Websites einschränken, die Sex, Gewalt und Waffen zeigen. Außerdem gibt es Applikationen, die eine Standortverfolgung anbieten und mit Hilfe von GPS-Daten genau zeigen, wo sich das Kind gerade befindet.

Testsieger ist die App „Salfeld Kindersicherung"

Mit den Kindern reden ist das A und O. Da kann keine Kinderschutz-App mithalten.
Mit den Kindern reden ist das A und O. Da kann keine Kinderschutz-App mithalten.
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  • Testsieger von Stiftung Warentest ist die App "Salfeld Kindersicherung" (KiSi), die mit einer Jahreslizenz von 19,95 Euro erschwinglich ist und durch kindgerechte Ansprache, sehr guten Funktionsumfang und pädagogische, elterliche Unterstützung überzeugt. KiSi ist einer der beiden Apps, die im Test mit der Note "gut" abschneiden.
  • Am schlechtesten kommt die teuerste Kinderschutz-App beim Test weg: "Wondershare Famisafe" kostet im Jahr mehr als 70 Euro und gleicht eher einem Spionagewerkzeug als einer Kinderschutz-App. Wegen ihrer bedenklichen Überwachungsfunktion bekommt die App lediglich die Note "ausreichend".

Wie sich die hauseigenen Apps von Google und Apple geschlagen haben, sowie das gesamte Testergebnis finden Sie auf der Webseite von Stiftung Warentest. 

„Apps sind Hilfe und kein sicherer Schutz"

Ausschließlich auf die digitale Unterstützung sollten sich Eltern aber nicht verlassen. Pädagogen und Medienprofis raten mit den Kindern zu reden, sie in die Entscheidung Kinderschutz-Apps zu verwenden einzuweihen und Regeln für den Mediengebrauch zu etablieren. Dabei kann auch ein Internet-Leitfaden helfen.

Statt ihre Kinder einer übertriebenen Kontrolle auszusetzen oder sie gar auszuspionieren, sollten Eltern ihrem Nachwuchs Medienkompetenz aneignen sowie Respekt und Vertrauen entgegen bringen. Iren Schulz von der Initiative "Schau hin" empfiehlt: "Apps sind nur eine Hilfe und kein sicherer Schutz. Schützen Sie ihr Kind, indem Sie es zu kompetenter und kritischer Mediennutzung erziehen."

Im Video: So spielen Kinder sicher mit Handy und Tablet