Besitzerin erhebt schwere Vorwürfe

Wurde Golden Retriever Paul wegen Platzmangel im Tierheim eingeschläfert?

Hund Paul wurde ohne das Wissen seiner Besitzerin eingeschläfert.
Hund Paul wurde ohne das Wissen seiner Besitzerin eingeschläfert.
© RTL, -

30. Juni 2021 - 12:25 Uhr

Ordnungsamt beschlagnahmt Hund aus eingezäuntem Garten

Carina Schlupp bleibt nur noch ihre Trauer. Noch immer kann die Kielerin nicht fassen, dass ihr geliebter - 15 Jahre alter - Wegbegleiter ohne ihr Wissen vom Tierheim eingeschläfert wurde. "Ich habe immer gesagt, wenn es soweit ist, dann hier auf seinem Lieblingsplatz in der Sonne. Dass er dann einfach einschlafen darf, hier in meinem Arm. Aber das wurde mir genommen".

Wie RTL bereits berichtete, hatte das Ordnungsamt den Golden Retriever am 13. Juni wegen Verdacht auf Gefährdung des Tierwohls aus dem Garten der Besitzerin geholt, ihn daraufhin ins Tierheim gebracht. Seitdem hat das Frauchen Hund Paul nie wieder gesehen.

"Muss man einen Hund einsperren, nur weil es den Nachbarn nicht gefällt?"

Privat: Carina Schlupp
Gartenplatz von Golden Retriever Paul
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Carina Schlupp hat eine schlimme Vermutung: Nachbarn müssen das Ordnungsamt gerufen haben. "Ich bin nach Hause gekommen an dem Tag und da war nichts mehr. Der Hund war weg und ich habe einen läppischen Zettel im Briefkasten gefunden, dass das kommunale Ordnungsamt hier war und ich mich an sie wenden soll, weil sie den Hund mitgenommen haben", erzählt sie. "Ich war traurig, ich war wütend, ich wusste gar nicht, was mir geschieht. Ich wusste nicht, warum und was überhaupt passiert ist".

Laut Carina Schlupps Anwalt Stefan Rogacki sei der Grund für die Mitnahme des Hundes gewesen, dass der Golden Retriever verwahrlost ausgesehen habe und kein Trinkwasser hatte. Paul sei alleine draußen im eingezäunten Garten gewesen, weil er es so sehr geliebt habe, rechtfertigt sich Carina Schlupp im RTL-Interview. Er sei auch daran gewöhnt gewesen, mal alleine Zuhause zu sein. "Er lag im Garten auf seiner Lieblingsdecke. Er war glücklich, wenn er draußen sein konnte, die Straße zu beobachten. Alle kannten Paul und haben ihn geliebt. [...] er hatte Wasser, Brekkies, alles".

15 Jahre alter Hund Paul ohne Wissen des Frauchens eingeschläfert

Frau und Hund kuscheln
Ein Bild aus guten Zeiten: Frauchen Carina Schlupp und ihr Golden Retriever Paul vor zwei Jahren (2019)
© Privat

Das Kieler Veterinäramt aber war der Meinung, es läge eine Gefährdung des Tierwohls vor und nahm Paul mit, brachte ihn in ein Tierheim. Dort blieb er eine Woche, ohne dass Frauchen Carina ihn besuchen durfte. Dann erhielt Carina Schlupp eine Schock-Nachricht per E-Mail. Der Golden Retriever sei eingeschläfert worden! Carina Schlupp ringt bei unserem Interview mit den Tränen: "Ich hab´ die Welt nicht mehr verstanden...dass er alleine sterben musste, dass ich nicht bei ihm sein durfte".

Das Tierheim, in dem Hund Paul eine Woche lang untergebracht wurde, hat Überfüllung angemeldet. Anwalt und Besitzerin fragen sich: Musste Paul sterben, weil es im Tierheim keinen Platz mehr gab?

Auch jetzt hat Carina Schlupp noch immer nicht die Möglichkeit bekommen, sich von ihrem 15 Jahre alten Wegbegleiter zu verabschieden. Nachdem er eingeschläfert wurde, sei er nach Neumünster in die Pathologie gekommen. Dort werde er weiter untersucht und dürfe wohl wegen des Tierseuchenschutzgesetzes auch nicht wieder zurücktransportiert werden.

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Carina Schlupp würde ihren Hund gerne bestatten - auch das scheint unmöglich

Das Einzige, was Carina Schlupp sich jetzt noch wünscht, ist eine angemessene Bestattung ihres Hundes Paul. Aber auch das will man ihr wohl bisher nicht gewähren.

Das Frauchen möchte nun dafür kämpfen, dass anderen Hundebesitzern so etwas nicht passiert: Sie ist entsetzt, dass ihr Hund "entführt" wurde "aufgrund von irgendwelchen Behauptungen/Tatsachen, die nicht der Wahrheit entsprechen", sagt sie. "Da möchte ich, dass da gewissen Leuten das Handwerk gelegt wird". (mca)