Er hatte einen Kampfpanzer im Keller

84-jähriger Waffennarr kommt mit Bewährungsstrafe davon

Kampfpanzer des Typs "Panther" vor dem Grundstück von Klaus-Dieter F. Foto: Carsten Rehder/dpa/Archivbild
Kampfpanzer des Typs "Panther" vor dem Grundstück von Klaus-Dieter F. Foto: Carsten Rehder/dpa/Archivbild
© deutsche presse agentur

03. August 2021 - 15:36 Uhr

250.000 Euro Geldstrafe an soziale Einrichtungen

Es ging um einen Panzer, einen Torpedo, eine Flugabwehrkanone, sowie einen Granatwerfer, Pistolen, Gewehre und Munition. All das wurde 2015 aus dem Keller von Klaus-Dieter F. in Heikendorf im Kreis Plön geborgen. Seit Mai 2021 steht der 84-Jährige deshalb wegen Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz sowie unerlaubten Waffenbesitzes vor dem Kieler Landgericht. Der Urteilsspruch der Richter heute: Zwei Jahre auf Bewährung und 250.000 Euro Geldstrafe. Das Geld soll an soziale Einrichtungen u.a. ein SOS-Kinderdorf und einen Tierschutzverein, gezahlt werden.

Zum Urteil schweigt der Kriegswaffensammler

Zwei Jahre Bewährung und 250.000€ Geldstrafe
Waffennarr Klaus-Dieter F. mit seinem Anwalt vor dem Kieler Landgericht
© RTL, RTL Nord

Klaus-Dieter F. nimmt das Urteil auf, ohne eine Miene zu verziehen. Zuvor hatte er durch seinen Anwalt ein Geständnis verlesen lassen, in dem er zugibt, illegal Waffen besessen zu haben. Dabei handelt es sich um Maschinen- und Sturmgewehre, halb- und vollautomatische Pistolen sowie mehr als 1000 Schuss Munition. Außerdem gibt der Verteidiger eine Verpflichtung im Namen seines Mandanten ab: Der Panzer, Typ "Panther" aus dem zweiten Weltkrieg, sowie eine Flugabwehrkanone vom Kaliber 8,8 Zentimeter werden verkauft. Theoretisch könnten diese in den Besitz des 84-Jährigen zurückgehen, weil sie nicht mehr einsatzfähig sind.

Gericht verständigte sich mit Anwalt und Staatsanwalt

In seiner Begründung betont der Richter, dass sich das Geständnis und die Verpflichtung zum Verkauf der Kriegswaffen auf das vergleichsweise milde Urteil ausgewirkt haben. Der 84-Jährige hätte außerdem keine bösen Absichten verfolgt, sondern sei lediglich Sammler gewesen.

Laut Verteidigung hat bereits ein Museum in Seattle (USA) Interesse am Panzer angemeldet, ein Sammler aus Nordrhein-Westfalen an dem Flugabwehrgeschütz. Eine mutmaßliche Nazi-Gesinnung von Klaus-Dieter F., der auch Kunst des dritten Reiches gesammelt haben soll, war nicht Gegenstand der Anklage. (sün)

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