"Sie können an der Bar warten"

Der Kellner erkannte Angela Merkels Stimme nicht

Angela Merkel besuchte spontan ein Fischrestaurant in Hamburg, hier zusehen mit Inhaber Dirk Kawalke.
Angela Merkel besuchte spontan ein Fischrestaurant in Hamburg, hier zusehen mit Inhaber Dirk Kawalke.
© RTL

03. Dezember 2021 - 17:44 Uhr

Die Kanzlerin wollte einen Tisch im Fischrestaurant reservieren

Heute kann der Kellner wahrscheinlich drüber lachen: Vor gut 14 Jahren wollte Angela Merkel spontan einen Tisch im Fischrestaurant in Hamburg direkt am Hafen per Telefon reservieren. Doch der Kellner hat sie anhand der Stimme nicht erkannt und musste sie erst mal vertrösten – wie es eben jedem normalen Menschen auch gehen würde. Dass er die Kanzlerin am anderen Ende der Leitung hatte, bemerkte er nicht.

Für die gebürtige Hamburgerin gab es am gestrigen Abend schon den ersten feierlichen Abschied beim Großen Zapfenstreich der Bundeswehr. Und auch aus dem Norden gibt es mit dieser Anekdote auch das erste Tschüss.

Wenig später stand sie mit ihrem Mann vor der Tür

"Heute Mittag sind wir leider ausverkauft. Dann müssen Sie gegen 14 Uhr kommen, also eine halbe Stunde später. Oder eventuell sogar noch ein bisschen an der Bar warten", so beschreibt Fischereihafen Restaurant-Inhaber Dirk Kowalke den Dialog zwischen seinem Oberkellner und Angela Merkel.

Ganz gelassen hat Angela Merkel das volle Restaurant akzeptiert und ist zum späteren Zeitpunkt gekommen. Dann stand sie gegen 13:45 Uhr mit ihrem Ehemann vor der Tür, zur Überraschung aller: "Wir hatten dann zum Glück auch irgendwo einen Tisch frei und das war dann ein besonders schöner Fenstertisch", lässt es Dirk Kowalke im Gespräch mit RTL-Reporter Thomas Jell Revue passieren.

Er selber habe sie sofort erkannt: "Sie war ja schon 1,5 Jahre im Amt. Da braucht man nicht lange, um die Kanzlerin zu erkennen."

Am Ende gab's sogar das Rezept und eine Überraschung

Fischrestautant-Inhaber Dirk Kowalke mit dem Foto und Dankesbrief von Angela Merkel
Fischrestaurant-Inhaber Dirk Kowalke mit dem Foto und Dankesbrief von Angela Merkel
© RTL

Gespeist wurde traditionell norddeutsch. Vorweg gab es eine Heringsmarinade, dann Labskaus. "Das ist unsere norddeutsche Spezialität. Und das ist glaube ich eines ihrer Lieblingsgerichte", erinnert sich Dirk Kowalke.

Und das scheint ihr besonders gut geschmeckt zu haben. "Von unserem Rezept war sie so angetan, dass sie mich sogar gefragt hat, ob sie das Rezept von unserem Labskaus haben dürfte. Und das habe ich ihr liebend gerne ein paar Tage später ins Bundeskanzleramt geschickt."

Nur wenige Tage später kam dann Post aus dem Bundeskanzleramt, ein Dankesschreiben
von Angela Merkel persönlich. (ljo)