Ursachen, Symptome und Behandlung

Kehldeckelentzündung beim Baby: Gefährliche Atembeschwerden

Eine Kehldeckelentzündung beim Baby sorgt für Atembeschwerden beim Kind, ist aber von Pseudokrupp zu unterscheiden. Wie Sie die Symptome richtig deuten und behandeln.
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03. August 2020 - 14:04 Uhr

Atembeschwerden beim Baby: Wann liegt eine Kehldeckelentzüdung vor?

Als Epiglottitis bezeichnet man einen entzündeten Kehldeckel. Dieser sitzt unmittelbar über dem Kehlkopf. Bedingt durch die Kehldeckelentzündung findet eine Verengung der Atemwege statt. Bei einer zu starken Anschwellung des Kehldeckels kann die Epiglottitis beim Baby mitunter einen tödlichen Verlauf nehmen. Die Bezeichnung Epiglottitis stammt aus dem Lateinischen und bedeutet Kehldeckel. Zu finden ist dieser unterhalb der Zunge. Strömt Atemluft in die Luftröhre, öffnet sich der Kehldeckel. Ansonsten bleibt er verschlossen. Damit trägt er zum Schutz des Kehlkopfes bei. Fremdkörper, beispielsweise Nahrungsmittel, haben somit keine Chance in den Kehlkopf einzudringen. Liegt eine bakteriell bedingte Kehlkopfentzündung mit anschließender Anschwellung vor, ist die Rede von einer Epiglottitis.

Entstehung einer Kehldeckelentzündung und Folgen für Ihr Kind

Auslöser für die Epiglottitis ist zumeist das Bakterium Haemophilus influenzae vom Typ B. Vereinzelt sind auch Pneumokokken sowie Streptokokken für diese Erkrankung verantwortlich. Anstecken kann man sich durch Tröpfcheninfektion, was beispielsweise beim Husten der Fall ist. Kommen die Schleimhäute mit den Bakterien in Berührung, sind Kinder schnell infiziert.

Hierzu genügt bereits die Berührung der Türklinke. Durch das Reiben der Hände über den Mund oder in den Augen bahnen sich die Keime einen Weg in die Schleimhaut. Im Allgemeinen sind neben Babys auch Kleinkinder bis zu sieben Jahren anfällig für eine Epiglottitis. Durch den noch nicht vollständig ausgebildeten Rachenbereich erfolgt eine komplette Blockierung der Luftröhre.

Auftretende Beschwerden bei einer Kehldeckelentzündung

Typische Symptome einer Epiglottitis beim Baby sind zum Beispiel:

  • Atembeschwerden
  • Fieberschübe
  • Heiserkeit
  • Probleme beim Schlucken

Ein sicheres Zeichen für eine Kehldeckelentzündung ist ferner ein auftretendes Pfeifgeräusch bei der Atmung. Nach einer Infektion brechen die genannten Symptome relativ schnell bei Ihrem Kind aus. Schon nach wenigen Stunden machen sich ernstzunehmende Atembeschwerden bemerkbar. Stellen Sie diese bei Ihrem Baby fest, sollten Sie umgehend mit Ihrem Kind eine Klinik aufsuchen. Erfolgt keine sofortige Behandlung, kann eine akute Kehldeckelentzündung zur Erstickung führen.

Behandlung einer Kehldeckelentzündung

Zur Verhinderung einer Blockierung der Luftröhre sollten Sie Ihr Kind stets aufrecht sitzend im Bett platzieren. Sorgen Sie für ein abgedunkeltes Zimmer, können Sie zum Wohlbefinden Ihres Kindes beitragen. Um Folgeerkrankungen auszuschließen, ist es sinnvoll, Ihr Kind in ein Krankenhaus zu bringen.

Bei der Behandlung einer Kehldeckelentzündung kommen Antibiotika zum Einsatz. Liegt ein schwerer Fall vor, ist eine Intubation erforderlich. Hierzu führt der Arzt zur Erweiterung der Atemwege einen Schlauch in die Luftröhre ein. Im Notfall muss ein Luftröhrenschnitt erfolgen. Antibiotika werden innerhalb der ersten Tage intravenös verabreicht. Ergänzend verschreiben Ärzte oft Kortison oder Penicillin. 

Vorbeugung einer Kehldeckelentzündung und Unterschied zum Pseudokrupp

Ist Ihr Baby medizinisch gut versorgt, sollten Sie sowie Ihre Familie sich vorbeugend mit Antibiotika behandeln lassen. Damit lässt sich eine Ausbreitung der Entzündung in Ihrem Haushalt vermeiden. Ergänzend haben Sie die Möglichkeit, sich gegen Haemophilus influenzae B impfen zu lassen. Ihr Baby kann diese Impfung ab dem dritten Lebensmonat erhalten.

Zwar ist die Epiglottitis gefährlich, tritt jedoch seltener auf als der Pseudokrupp. Pseudokrupp ist eine akute Infektion, verursacht durch in die oberen Atemwege eindringende Viren. Diese lassen die Nasen-, Hals- und Rachenschleimhäute anschwellen. Daraus resultiert der charakteristische Krupphusten mit Symptomen wie Schnupfen, Heiserkeit, Unwohlsein.