Tierschützer sind ratlos - und auf sich allein gestellt

Katzenplage in Duisburg-Marxloh: „Hier werden Katzen mit Knüppeln einfach totgeschlagen“

02. November 2021 - 16:14 Uhr

Katzenplage in Duisburg (Nordrhein-Westfalen)

Tierschützer sprechen inzwischen von einer echten Katzenplage. Wilde Katzen sollen in den Straßen von Duisburg-Marxloh Alltag sein. Überall seien die meist kranken und manchmal aggressiven Samtpfoten unterwegs. Oft hungrig, auf der Suche nach Futter im Müll. Vor allem unkastrierte und ausgesetzte Vierbeiner seien ein Problem, weil sie sich ungehindert vermehren. Bürger und Tierschützer versuchen das Problem mit den armen Streunern in den Griff zu bekommen. Das allerdings ohne die Hilfe der Stadt Duisburg, die fühlt sich nicht zuständig. Mehr dazu im Video.

Katzen keine Option für das Tierheim

Rainer Sobottka vom Tierschutzverein Kamp-Lintfort schätzt die Zahl der wilden Katzen auf mehrere Hundert. Und es werden immer mehr: "Wenn Sie eine Katzengruppe haben, die sich von 20 auf 50 erhöht, dann ist das so, dass sie Hunger haben und herumstreunen. Die gehen dann in Häuser, Wohnungen und Gärten", so Sobottka. Außerdem würden durch Inzest Krankheiten und Behinderungen entstehen. Es nehme einfach kein Ende, so der Tierschützer.

Das größte Problem stellen die erwachsenen Katzen dar. Diese seien oft scheu und aggressiv, weshalb das Tierheim für sie keine Option sei und sie selbst als Haustiere ungeeignet seien.

Tierhasser sollen Katzen in Duisburg totprügeln

Viele Anwohner versuchen das Problem selbst in den Griff zu bekommen, darunter auch Canana Rachel Koz. Die Duisburgerin hat schon mehrere Katzenbabys bei sich zu Hause aufgenommen. "Ich freue mich über jedes Kätzchen, das zu mir findet und bei mir eine zweite Chance bekommt. Hier kriegen sie auch mit, was es bedeutet, geliebt zu werden", sagt sie im Video.

Aber nicht alle haben so ein gutes Herz. In der "Rheinischen Post" spricht eine Anwohnerin über die zunehmende Gewalt gegen die freilaufenden Tiere. So sollen Katzen von Kindern totgeprügelt oder mit Steinen beworfen worden sein. "Hier werden Katzen mit Knüppeln einfach totgeschlagen", sagte auch Tierschützer Sobottka der Zeitung.

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Hilfe der Stadt viel zu gering

Tierschützer und Anwohner hoffen auf Hilfe der Stadt Duisburg, vor allem bei der Finanzierung von Kastrationen. Doch die Behörden sehen sich nicht in der Verantwortung. In einer Mitteilung heißt es nur: "Zur finanziellen Unterstützung von Katzenkastrationen können eingetragene und gemeinnützige Vereine seit mehreren Jahren Landesmittel beantragen." Das Problem: Es gibt maximal nur 40 Euro pro Tier. Eine Kastration kostet aber rund 150 Euro. Kosten also, die kaum jemand tragen will und kann. So vermehren sich die Katzen immer weiter. (mor)