Corona ist schuld

Pandemie sorgt für Bewegungsmangel bei Kindern

Pandemie sorgt für Bewegungsmangel bei Kindern Corona ist schuld
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Corona ist schuld
Pandemie sorgt für Bewegungsmangel bei Kindern

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Endlich wieder mit Freunden trainieren: Nach der langen Coronapause können Kinder und Jugendliche wieder mit ihren Trainingsgruppen starten. Nicht nur die gemeinsame Zeit mit Freunden fehlt, sondern auch die körperliche Bewegung. Die Sportwissenschaftlerin Julia Limmeroth von der Uni Kassel zeigt mögliche Folgen im Video auf.

"Ich war froh, als wir gemeinsam tanzen konnten."

Für viele Kinder ist Trainieren mit Freunden das Highlight der Woche. Ob Fußball, Ballett, Handball oder andere Sportarten: Kindern fehlt die Bewegung.

Sieben Monate Lockdown waren auch für den 13-jährigen Arturo Bolz eine schwere Zeit:
"Es war ziemlich langweilig die Wochen. Wir hatten ja auch eine Zeit lang online. Das hat dann mir persönlich nicht so viel Spaß gemacht, weil man nicht gemeinsam mit den Leuten im Tanzraum war. Ich war dann sehr froh, wo wir wieder in die Tanzschule kommen durften und gemeinsam tanzen konnten", erzählt Arturo, der Tanzschüler bei „STEPSnSTYLES“ in Fulda ist.

Die Motivation fehlt

SYMBOLBILD - 05.06.2016, Baden-Württemberg, Mannheim: Kinder spielen auf einem Sportplatz der Konrad-Duden-Schule beim Start der Straßenfußball-WM 2016. (zu dpa: «Ministerium sagt Sportvereinen finanzielle Unterstützung zu») Foto: Uwe Anspach/dpa +++
Viel Bewegung in einem Fußballverein.
ua fdt kde bwe, dpa, Uwe Anspach

Genau diese Freude war es, die vielen Jugendlichen in der Coronapause gefehlt hat. Dini Lohsse, Leiterin der Tanzschule „STEPSnSTYLES“, hat diese Zeit als sehr herausfordernd empfunden. Sie wollte ihre Schüler nicht alleine lassen und hat sich deshalb abwechslungsreiches Programm überlegt: "Wir haben Onlineunterricht gegeben und wir haben auch jeden Freitagabend Spieleabende veranstaltet."

Während des Coronazeit gab es viele dieser kreativen Angebote. Doch das reicht nicht aus. Experten sind sich einig, dass Kinder und Jugendliche sich während der Pandemie zu wenig bewegt haben. "Kinder sind noch mal mehr davon abhängig, dass Vereinsangebote stattfinden, dass die Eltern sie dabei unterstützen. Kinder schnappen sich in der Regel nicht einfach so die Sportschuhe und gehen draußen laufen, von daher sind sie noch mal stärker betroffen“, so Julia Limmeroth, Sportwissenschaftlerin der Uni Kassel.

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Die Folgen mangelnder Bewegung

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Die Folgen sind Übergewicht.
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Dabei hat die sogenannte Momo-Studie, welche die motorische Leistungsfähigkeit und die körperliche Aktivität bei Kindern und Jugendlichen erfasst, auch für Experten überraschende Ergebnisse gezeigt: "Für viele überraschend war es dann doch, dass im ersten Lockdown die allgemeine körperliche Aktivität zugenommen hat. Im zweiten Lockdown brach das aber dann durch den Winter und die Kälte ein", so Julia Limmeroth.

Die Folgen mangelnder Bewegung sind bekannt: Übergewicht oder chronische Erkrankungen. Um dem vorzubeugen sollten Kinder und Jugendliche eine Stunde am Tag körperlich aktiv sein.
In Deutschland erreichen das nur ca. 20 Prozent: "Hauptsache Sport, egal was, es muss Spaß machen. Das ist eben die große Schwierigkeit gerade für Kinder, die vielleicht auch motorisch nicht ganz so gute Fähigkeiten ausgeprägt haben", erklärt Julia Limmeroth.

(hdi)