Doch wozu das Sympathie-Symbol?

Herzchen-Geste auf Demo: Hessische Polizistin wollte nicht mit Querdenkern sympathisieren

Dieses Foto sorgte für Aufruhr: Eine Polizeibeamtin solidarisiert sich offenbar mit einer Querdenkerin.
Dieses Foto sorgte für Aufruhr: Eine Polizeibeamtin solidarisiert sich offenbar mit einer Querdenkerin.
© Twitter, @bodoramelow

03. August 2021 - 15:03 Uhr

Foto von "Herzchen-Polizistin" ging viral

Gut ein halbes Jahr ist es nun her, dass 20.000 Menschen in Kassel gegen die Corona-Auflagen demonstriert haben. Die Einsatzkräfte der Polizei kamen hier nicht sonderlich gut weg – lange mussten sie sich den Vorwurf gefallen lassen, die Lage unterschätzt und nicht im Griff gehabt zu haben. Darüber hinaus fand ein Bild den Weg ins Netz, welches eine junge Polizistin zeigt, die ihre Hände zu einer Herzchen-Geste formt und in Richtung einer Querdenkerin hält. Das Foto wurde von Querdenkern instrumentalisiert und von Gegnern dieser Bewegung abgestraft. Nun ist das Disziplinarverfahren gegen die Beamtin beendet.

Polizistin hatte "keine politischen Motive"

Die Polizistin, die im Polizeipräsidium Osthessen arbeitet, hatte mit ihrer Geste keine "politischen Motive verfolgt", erzählt uns Polizeipressesprecher Dominik Möller auf RTL-Nachfrage. Warum genau sie sich dazu entschlossen hat, in dieser Situation die Herzchen-Geste zu zeigen und sich augenscheinlich mit einer Demonstrantin zu solidarisieren, dürfe uns die Polizei aus Datenschutz-Gründen leider nicht mitteilen, so der Polizeisprecher.

Fest steht aber, dass die Beamtin mit ihrem Vorgehen gegen die sogenannte Neutralitätspflicht verstößt, der sie als Polizistin unterliegt. Nach Angaben der Polizei wurde gegen die Kollegin eine dienstrechtliche Maßnahme verhängt.

Polizistin ist weiterhin im Dienst

Dass das viral verbreitete Foto einen deutlichen Eindruck vermittele, darüber sei sich die Kollegin im klaren. "Die Beamtin ist einsichtig über die Wirkung der Abbildung, schließt jedoch glaubhaft politische Motive oder Sympathiebekundungen aus. Anhaltspunkte auf eine strafbare Handlung haben sich im Zuge der Aufarbeitung nicht ergeben", sagt uns Pressesprecher Möller.

Daher sei die Beamtin auch weiterhin im Dienst auf einer Dienststelle im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Osthessen.

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Ramelow: "Ein verstörendes Foto!"

Das Bild hatte im Netz für Kontroversen gesorgt. Besonders Thüringens linker Ministerpräsident Bodo Ramelow strafte das Foto ab. Er twitterte das Bild im März und schrieb dazu: "PolizeiBeamtin zeigt mit Ihren Händen Herz, solidarisiert sich mit dieser Demonstrantin, die offensichtlich gegen die gerichtlichen Auflagen verstößt, die AHA Regeln missachtet und den Schutz vor der Pandemie als Wahnsinn bezeichnet." (kmü)