Kalorienverbrauch genetisch bedingt morgens höher, sagt eine neue Studie

Also doch: Morgens essen wie ein Kaiser, dafür abends schön schlank!

Closeup on a young woman's hands as she is having breakfast
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28. Februar 2020 - 17:55 Uhr

So kann Übergewicht vermieden werden

Lieber ausgiebig und mit vielen Kalorien frühstücken als abends ordentlich reinzuhauen! Das ist zusammengefasst das Ergebnis einer Forschung der Universität zu Lübeck. So können Übergewicht oder aber auch Blutzuckerspitzen bei Diabetes mellitus vermieden werden.

Ernährungsgewohnheiten halten sich hartnäckig

Im Laufe des Lebens ändert sich für uns Menschen die Anforderung an unsere Ernährung. Als Kinder wachsen wir, bewegen uns viel und können oft noch spachteln, so viel wie wir wollen, ohne zuzunehmen. Doch spätestens als junge Erwachsene brauchen wir viel weniger und auch andere Nährstoffe. Doch oft bleiben wir noch jahrelang bei unseren Ernährungsgewohnheiten. Das Resultat: Übergewicht - und die damit einhergehenden gesundheitlichen Probleme.

Bei einer Diät das Frühstück weglassen, ist ein fataler Fehler

Wer dann eine Diät machen will, hat heutzutage eine breite Auswahl an Methoden zur Auswahl - und alle versprechen nachhaltigen Erfolg. Allerdings passt nicht jede Diät zu jedem Menschen. Denn die Verwertung von Nährstoffen ist nicht bei allen Menschen gleich. Eine Konstante haben die Forscher der Sektion für Psychoneurobiologie der Universität zu Lübeck herausgefunden: "Die Kalorienverbrennung nach einer Mahlzeit ist grundsätzlich am Morgen deutlich höher als am Abend", so werden die Ergebnisse in einer Pressemitteilung zusammengefasst.

Professorin Kerstin Oltmanns erklärt uns auf Anfrage: "Unsere Studie zeigt, dass der Körper morgens mehr als doppelt so viele Kalorien nach dem Essen verbrennt wie abends. Das ist auch so, wenn man den ganzen Tag über wenig isst. Blutzucker und Insulin steigen nach dem Essen auch morgens viel weniger an als nach dem Abendessen." Und das, so das Resultat der Forschung, ist genetisch bedingt und bei jedem so. Die Folge: Wenn man wenig oder gar nicht frühstücke, habe man den ganzen Tag über verstärkt Hungergefühle und zwar insbesondere auf Süßigkeiten. "Das kann dann natürlich dazu führen, dass man häufiger zwischendurch nascht. Insgesamt ist es also wichtig, morgens gut zu frühstücken, wenn man abnehmen oder zumindest nicht zunehmen möchte." Wenn Übergewichtige also das Frühstück weglassen, weil sie abnehmen möchten, und abends eine große Hauptmahlzeit essen, weil der Hunger übermächtig wird, ist das ein fataler Fehler.

Kalorienzufuhr hauptsächlich in der ersten Tageshälfte

In einer Folgestudie soll nun das Ergebnis der Studie im Hinblick auf die Gewichtsabnahme bei Übergewichtigen untersucht werden. Die Forscher möchten nachweisen, dass es schon zu einer Gewichtsabnahme kommt, wenn man dieselbe Kalorienmenge hauptsächlich in der ersten Tageshälfte zu sich nimmt. An der Volksweisheit "Morgens wie ein Kaiser, mittags wie ein König und abends wie ein Bettler" scheint also doch was dran zu sein!