JVA-Skandal vor Gericht

Erst Handy in Knast geschmuggelt, dann Hochzeit: Jetzt erwartet JVA-Mitarbeiterin Kind von Häftling

Denise J. soll für ihren Liebhaber ein Handy ins Gefängnis geschmuggelt haben.
Denise J. soll für ihren Liebhaber ein Handy ins Gefängnis geschmuggelt haben.
RTL Nord

Liebe kennt keine Grenzen, offenbar auch nicht, wenn diese Grenzen Gitterstäbe und Gefängnistüren sind. Denn in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Rosdorf bei Göttingen bandelte eine Mitarbeiterin mit einem Häftling an. Diese Liebe ging offenbar so weit, dass sie und eine weitere Mitarbeiterin dazu bereit waren, Straftaten zu begehen.

Frauen schmuggeln Handys ins Gefängnis

Denise J. und ihre ehemalige Kollegin Lena-Carolin R. arbeiteten nicht nur in der JVA Rosdorf, sie gingen auch Beziehungen zu Häftlingen ein. Für ihre Männer schmuggelten sie laut Staatsanwaltschaft Handys ins Gefängnis. Sie flogen auf, nachdem ein verurteilter Sexualstraftäter mit dem Handy seine Ex-Freundin bedroht hatte.

„Es ist herausgekommen dadurch, dass die Ex-Lebensgefährtin des einen Inhaftierten sich gemeldet hat bei der Polizei und gesagt hat, dass sie von ihm Anrufe aus dem Gefängnis bekommt, was eigentlich nicht sein kann“, erklärt Oliver Jitschin vom Amtsgericht Göttingen im RTL-Interview.

Das Handy sollte untersucht werden, wurde zunächst verplombt und in einen Tresor gesperrt. „Später stellte die Polizei dann fest, dass dieses Telefon gelöscht war“, erklärt Oliver Jitschin weiter. Auf dem Handy sollte auch kinderpornografisches Material gespeichert gewesen sein. Jemand muss sich also am Handy zu schaffen gemacht haben.

Angeklagte stiftete andere Angeklagte an

Denise J. soll für ihren Liebhaber ein Handy ins Gefängnis geschmuggelt haben.
In der Justizvollzugsanstalt Rosdorf arbeitete Denise J. und bändelte dort mit einem Insassen an.
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Der Verdacht fällt auf Lena-Carolin R.: Sie soll die Daten des Handys gelöscht haben. Angestiftet wurde sie laut Anklage von Denise J., die mit dem Häftling eine Beziehung führte – so der Vorwurf der Staatsanwaltschaft. Vor Gericht sagt Lena-Carolin R., sie habe ihrer Freundin nur geholfen, weil sie wie Schwestern gewesen seien. Und Denise J.? Sie bestreitet ihre Kollegin angestiftet zu haben.

„Es ist schon eine ganz besondere Situation, dass Mitarbeiterinnen der JVA Telefone in die JVA schmuggeln und diese dann später löschen und damit auch Beweise löschen“, erklärt Gerichtssprecher Oliver Jitschin. Beide Frauen wurden entlassen. Denise J. heiratete danach den Häftling, erwartet nun ein Kind von ihm.

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Ehemaliger Häftling wird vor Aussage festgenommen

Kurz vor dem Urteil sollte auch der ehemalige Häftling im Prozess gegen seine Ehefrau Denise J. und ihre Freundin aussagen. Er lebt mittlerweile in Österreich, hat ein Einreiseverbot für die Bundesrepublik. „Die Richterin hatte das vorher mit Polizei und Staatsanwaltschaft abgeklärt, dass er hier zum Gerichtstermin erscheinen und sofort wieder ausreisen soll“, so Oliver Jitschin.

Doch der Mann wird in Bayern festgenommen, kann an diesem Tag nicht aussagen. Seine Aussage und das Urteil über die Frauen verschieben sich nun. (mba)