Gesundheitsminister Jens Spahn im RTL-Interview

„Ich kann Ihnen heute noch nicht sagen, was im Herbst und Winter passieren kann"

17. Juli 2021 - 11:25 Uhr

Corona-Pandemie: Wie werden Herbst und Winter?

Droht uns in Deutschland schon wieder so ein Corona-Herbst wie im vergangenen Jahr? Oder sind wir bis dahin so gut durchgeimpft, dass alles deutlich einfacher wird?

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat erneute mögliche Corona-Einschränkungen in Herbst und Winter ganz klar an den Impffortschritt in Deutschland geknüpft: "Wir entscheiden jetzt darüber, wie der Herbst wird, wie der Winter wird durch die Impfkampagne. Jeder Einzelne entscheidet das", sagte Spahn zu RTL (im Video). Aber er könne jetzt noch nicht sagen, wie der Winter würde..

+++ Alle aktuellen Informationen zum Coronavirus Sars-Cov-2 finden Sie auch in unserem Live-Ticker auf RTL.de +++

Kommt es schon wieder zu Lockdowns?

Spahn sagte zwar auch, dass das Impfen eine "individuelle Entscheidung" sei, aber es sei eben auch eine Entscheidung, die "alle anderen mitbetrifft". Man käme als Gemeinschaft, als Nation und als Europa nur "gut durch Herbst und Winter", wenn sich möglichst viele impfen ließen. Auch mit Blick auf die Krankenhäuser sei der Impffortschritt wichtig: "Wie sehr das Risiko einer Überlastung des Gesundheitswesens da ist, hängt wirklich von der Impfbereitschaft ab und von der Zahl der Impfungen."

Auf die Frage, ob es in der kälteren Jahreszeit womöglich wieder zu Lockdowns kommen könnte, sagte Spahn, dass es "auf jeden Fall" einen Unterschied mache, ob jemand geimpft oder genesen sei oder eben nicht.

Dies habe man bereits im Zuge der Bundesnotbremse, als es um Kontaktbeschränkungen und die nächtliche Ausgangssperre ging, so gehandhabt: "Jemand, der geimpft ist, den können wir nicht und müssen wir auch nicht mit den gleichen Beschränkungen belegen, wie jemand, der nicht geimpft ist. Insofern ist auch sehr klar, dass die Impfung ganz sicher auch für Herbst und Winter für jeden einen Unterschied macht."

„Ich kann Ihnen heute noch nicht sagen, was im Herbst und Winter passieren kann"

Trotzdem gestand Spahn ein: "Ich kann Ihnen heute noch nicht sagen, was im Herbst und Winter passieren kann, weil ich noch darauf setze, dass sich möglichst viele impfen lassen."

Spahn fügte hinzu: "Wenn wir auf gut über 70 Prozent kommen, dann werden wir wahrscheinlich nur die Basismaßnahmen brauchen, (…) um gut durch Herbst und Winter zu kommen." Spahn nannte als "Basismaßnahmen" die AHA-Regeln, also u.a. Abstand, Hygiene, Maske im Alltag und in Innenräumen.

Spahn betonte, dass in der Impfkampagne nun um die Überzeugung der Menschen gehe, die sich zwar impfen lassen wollen, aber noch auf die "Gelegenheit" warteten: "Jetzt geht es um die Impfkampagne, die auf den Marktplätzen und auf den Sportplätzen niedrigschwellig da ist – wo wir auch die Jüngeren erreichen."

Auch interessant