Trip dauerte nur zehn Minuten

Amazon-Milliardär Bezos nach Allausflug gelandet

20. Juli 2021 - 21:40 Uhr

Im Video: Flug ins All erfolgreich

Rund zehn Tage nach dem britischen Milliardär Richard Branson hat am Dienstag auch Amazon-Gründer Jeff Bezos einen Kurz-Ausflug ins Weltall absolviert. Bei dem ersten bemannten Weltraumflug seiner Firma Blue Origin waren neben dem US-Unternehmer auch sein Bruder Mark sowie eine 82 Jahre alte frühere US-Pilotin und ein 18-Jähriger, dessen Vater ihm den Flug geschenkt hatte, an Bord. Aufnahmen der Aktion sehen Sie im Video.

Bezos fliegt höher als Branson

Um 15 Uhr hob der Milliardär mit seinem Raumfahrt-Unternehmen Blue Origin in Richtung Orbit ab. Bei New Shepard handelt es sich um eine Raumkapsel, die mit einer Rakete ins All geschossen wurde. Nach dem Start beschleunigte das Raumschiff innerhalb von zwei Minuten auf mehr als 3.700 Kilometer pro Stunde. Kurz danach trennte sich die Kapsel von der wiederverwendbaren Rakete. Die Schwerelosigkeit setzte ein, die vier Passagiere durften kurzzeitig ihre Sitze verlassen - Lachen und Jubel war zu hören.

An ihrem höchsten Punkt erreichte die Kapsel mehr als 100 Kilometer über der Erde, bevor sie abgebremst von großen Fallschirmen in der westtexanischen Wüste landete. Damit flog die Kapsel über die sogenannte Kármán-Linie von 100 Kilometern, die laut Bezos und der Internationalen Aeronautischen Vereinigung die Grenze darstellt, hinter der der Weltraum anfängt. Insgesamt dauerte der Trip rund zehn Minuten.

Weltraumtourismus am Horizont

Die 82-jährige frühere US-Pilotin Wally Funk ist der älteste Mensch, der je ins All geflogen ist - der 18-jährige Oliver Daemen der jüngste. Daemens Vater, der niederländische Investment-Banker Joes Daemen, hatte bei der Auktion für den vierten Platz an Bord der "New Shepard" im Juni mitgemacht, war aber überboten worden.

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Der Sieger der Auktion, der 28 Millionen Dollar geboten hatte und zunächst weiter anonym bleiben wollte, könne wegen eines "Terminkonflikts" diesmal nicht dabei sein und werde zu einem späteren Zeitpunkt starten, hieß es von Blue Origin. Wieviel Geld ein Ticket für den Weltraumtrip kostet, verrät Blue Origin bislang nicht. Die 28 Millionen Dollar, die in der Auktion für den vierten Platz in der Kapsel bezahlt wurden, dürften die obere Grenze sein.

Branson vor Bezos bereits im All

Bereits vor rund zehn Tagen hatte mit Branson bereits ein anderer Milliardär mit seinem eigenen Raumschiff einen Kurzausflug ins All unternommen. Die "VSS Unity" seiner Firma Virgin Galactic stieg am 11. Juli im US-Bundesstaat New Mexico auf eine Höhe von etwa 86 Kilometern auf. Unter Experten ist es damit strittig, ob Branson tatsächlich im Weltraum war: Der Internationale Luftfahrtverband (FAI) und viele andere Experten sehen zwar 100 Kilometer über der Erde als Grenze zum Weltraum an, es gibt jedoch keine verbindliche internationale Regelung.

Die Milliardäre erhoffen sich neben der Erfüllung eigener Träume auch einen Einstieg in das Geschäft mit dem Weltraumtourismus. Kritiker werfen ihnen vor, ohne Rücksicht auf das Klima und weitgehend ohne wissenschaftliche Forschungsinteressen sehr viel Geld zu verschwenden.