Kindergärten als Hotspots

Corona-Alarm in Kitas: Ausbruch jagt Inzidenz in Schrozberg über 1.000

Coronavirus - Kindergarten (Motivbild)
Coronavirus - Kindergarten (Motivbild)
© dpa, Rolf Vennenbernd, ve tba

19. März 2021 - 8:43 Uhr

Schrozberg (Schwäbisch-Hall): Reihenweise Erzieherinnen erkrankt

Ein einziger Kindergarten mit einem Corona-Ausbruch – eine Gemeinde mit einem astronomischen Inzidenzwert: Schrozberg (Landkreis Schwäbisch Hall) ist zu einem der bundesweit am stärksten belasteten Hotspots geworden. Die Sieben-Tage-Inzidenz schoss innerhalb weniger Tage auf einen Wert von 1065,5 Fälle (Stand Mittwoch) pro 100.000 Einwohner. Insgesamt wurden in diesem Zeitraum 62 Neuinfektionen in der 5.800 Einwohner-Kommune registriert, wie der Landkreis mitteilte. Im inzwischen geschlossenen Kindergarten waren reihenweise Erzieherinnen erkrankt, weitere Großausbrüche sind nach Angaben der Schrozberger Verwaltung nicht bekannt.

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Schleswig-Holstein und Hamburg melden ebenfalls Kitas als Hotspots

Im deutlich größeren Nachbarort Crailsheim lag die Inzidenz am Mittwochabend bei 521,2. In der Stadt hatten Ausbrüche in Kindergärten und einer Unterkunft für Flüchtlinge sowie in mehreren Betrieben für den deutlichen Anstieg gesorgt.

TVNOW-Doku widmet sich Kindern in der Corona-Krise

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In Schleswig-Holstein hat es allein im März nach Daten der Landesmeldestelle zehn Corona-Ausbrüche in Kitas und Horten gegeben. Betroffen seien 70 Menschen, teilte das Gesundheitsministerium am Donnerstag mit. Es sei eine Zunahme von Infektionen in Kitas und Horten festzustellen. Man verfolge die Entwicklung aufmerksam. Im nördlichsten Bundesland gibt es nach Ministeriumsangaben rund 1.800 Kinderbetreuungseinrichtungen. Die Behörde wies noch einmal darauf hin, dass Eltern keine Kinder mit Erkältungssymptomen wie erhöhter Temperatur oder Husten in eine Kita schicken sollen.

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In Hamburg sind derzeit drei Kitas wegen Corona-Fällen geschlossen. Das sagte der Sprecher der Sozialbehörde, Martin Helfrich, am Donnerstag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Drei weitere Kitas seien coronabedingt zu, weil in dieser Situation beispielsweise nicht ausreichend Personal vorhanden sei.

Die Hamburger Kitas sind derzeit im sogenannten eingeschränkten Regelbetrieb. Am Mittwoch habe die Auslastung bei 68 Prozent gelegen, sagte Sprecher Helfrich weiter. "Die Kitas sind wieder flächendeckend ausgelastet, aber nicht voll."

Kampf um Kitas und Schulen in NRW - im Video: Notbremse oder doch nicht?

Die Stadt Duisburg wird die Kitas anders als geplant nicht wegen der steigenden Covid-19-Ansteckungszahlen ab Montag schließen. Das Land NRW habe dies verboten. Duisburgs Oberbürgermeister Sören Link kritisierte die Entscheidung als nicht nachvollziehbar. "Nachdem bereits für die Schulen der Wechsel in den Distanzunterricht alternativlos abgelehnt wurde, lässt uns die Landesregierung mit dieser Entscheidung ein weiteres Mal im Regen stehen."

Von der Landesregierung war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten. Der Inzidenzwert in Duisburg lag der Stadt zufolge zuletzt bei 122,7. Bund und Länder hatten sich auf eine "Notbremse" verständigt, sollte die Inzidenz wieder auf 100 steigen.

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